Teures Projekt

Frage nach Föhrenwald-Entminung flammt neu auf

Niederösterreich
18.08.2026 17:30

Nach zwei Großbränden im Föhrenwald innerhalb von neun Tagen wird über die Entfernung alter Munitionsteile nachgedacht. In beiden Fällen dürfte Phosphor aus der nach Ende des Zweiten Weltkrieges gesprengten Pulverfabrik die Feuer ausgelöst haben. 

Die Grundstückseigentümer müssten jedoch selbst private Firmen mit der Suche nach den Kriegsrelikten beauftragen. „Die Kosten für die Arbeiten Unternehmen sind vom jeweiligen Auftraggeber zu tragen“, heißt es dazu aus dem Verteidigungsministerium. Erst bei einem Fund übernimmt der Entminungsdienst die Bergung und Entschärfung. Bürgermeisterin Christa Tisch von der Liste „Gemeinsam für St. Egyden“ will das Thema bei einem Treffen im September besprechen. 

Spezialist: „Gebiet müsste händisch abgesucht werden“
Stefan Plainer, Geschäftsführer der Firma EOD Munitionsbergung in Oberösterreich, kennt das betroffene Gebiet. Und er weiß, wie zeitintensiv die Suche nach Munition hier wäre. „Das Problem ist, dass hier viele Bäume sind“, so Plainer. Denn somit könne man nicht einfach mit den Suchgeräten, die in etwa größeren Rasenmähern ähneln, durchfahren. „Im konkreten Fall müsse man mit Handgeräten, die bei eisenmetalischen Objekten anschlagen, durchgehen“. Zwei Personen – einer mit Sonde und einer mit Spaten – würden dabei das Gebiet rasterförmig durchforsten. Und überall dort, wo es piepst, müsse man graben, erklärt Plainer.

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Im konkreten Fall müsse man mit Handgeräten, die bei eisenmetalischen Objekten anschlagen, durchgehen.

Stefan Plainer, Geschäftsführer EOD Munitionsbergung

Da aber nicht nur Munition, sondern durch die Sprengung auch andere metallische Gegenstände unter der Erde liegen, wäre das ein sehr aufwendiges Unterfangen. Die Kosten dafür könne er nicht abschätzen.

Noch immer kein „Brand aus“
Am Dienstag waren Mitglieder von zwei Feuerwehren und eine Drohnengruppe im Einsatz, um das Gebiet zu kontrollieren und verbliebene Glutnester aufzuspüren und abzulöschen. Die Niederschläge halfen dabei nur wenig – seit Montag seien nur wenige Liter Regen gefallen, hieß es. Nach wie vor konnte nicht abgeschätzt werden, wann „Brand aus“ gegeben werden kann.

Landesvize Stephan Pernkopf besuchte die Feuerwehr vor Ort.
Landesvize Stephan Pernkopf besuchte die Feuerwehr vor Ort.(Bild: Land NÖ)

Auch Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf machte sich vor Ort ein Bild der Lage: „Die Waldbrandgefahr im Land bleibt hoch, bitte vermeiden wir gemeinsam alles, was die Gefahr steigert. Dieser Einsatz, der viel Handarbeit verlangt, zeigt, wie schnell ein großflächiger Brand entstehen kann. Alle Initiativen und Bestrebungen der Feuerwehr, der Gemeinde und der Behörden, um die Sicherheit zu erhöhen, sind natürlich in unserem Interesse!“

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