Di, 18. Dezember 2018

Anwalt verärgert

03.11.2014 14:08

kinox.to: Kritik am Vorgehen der Polizei wird laut

Im Kriminalfall kinox.to wird nach der Razzia gegen die Streaming-Website Kritik am Vorgehen der Polizei und der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) laut. So berichtet der Anwalt der flüchtigen mutmaßlichen Betreiber der Website, dass ihm noch kein Haftbefehl zugestellt wurde. Und der Chef eines One-Click-Hosters, der den kinox.to-Betreibern zugeschrieben wird, erzählt, dass weder GVU noch Polizei sich bei ihm nach einer etwaigen Verbindung zu kinox.to erkundigt hätten.

Während die Brüder Kastriot und Kreshnik Selimi, die von der GVU und der Polizei hinter der illegalen Streaming-Seite kinox.to vermutet werden, nach wie vor auf der Flucht sind, wird zunehmend Kritik am Vorgehen der deutschen Behörden laut. So kritisiert etwa der Anwalt der beiden Flüchtigen gegenüber der Zeitschrift "Stern" das Vorgehen der Polizei.

Anwalt kritisiert hartes Vorgehen der Polizei
Den Einsatz einer Spezialeinheit bei der Großrazzia halte er für unverhältnismäßig, dass die Brüder gefährlich seien, für unwahr, so der Lübecker Anwalt Stefan Tripmaker. Er ist seit einiger Zeit als Rechtsbeistand der Selimi-Brüder tätig und wundert sich über das harte Vorgehen gegen seine Mandanten. "Es gibt keine Anhaltspunkte, dass die beiden gefährlich sind", sagt er – und beklagt, dass die Polizei ihm nicht einmal den Haftbefehl für seine Mandanten zugestellt habe.

Die Polizei hatte die Selimi-Brüder Ende letzter Woche zur öffentlichen Fahndung ausgeschrieben und ihre Fotos auf der Fahndungsseite der Polizei Sachsen veröffentlicht. Es sei möglich, dass die Brüder gewaltbereit und bewaffnet seien, heißt es auf der Fahndungsseite. Pikantes Detail: Auf der Internetseite sind mit Ausnahme der Selimi-Brüder nur mutmaßliche Mörder zur Fahndung ausgeschrieben.

Ermittler sprachen nicht mit Bitshare-Chef
Kritik an den Ermittlern hagelt es derweil auch von anderer Stelle. Im Gespräch mit dem Internetnachrichtenportal "Torrentfreak" klagt der Chef des One-Click-Hosters Bitshare darüber, dass seine Website in Zusammenhang mit kinox.to gebracht werde, er jedoch bislang weder von der Polizei noch von der GVU zu der Angelegenheit befragt worden sei. "Die GVU hat uns nie kontaktiert, ebenso die Polizei oder irgendeine andere Firma", so Mark Girak von Bitshare.

Kontakte zu den Betreibern von kinox.to bestreitet er. Zwar wurde Bitshare früher von kinox.to verwendet, seit zwei Jahren herrsche aber Funkstille. "Unsere Seite wird vermutlich damit in Verbindung gebracht, weil wir ein Streaming-Feature für einige unserer Nutzer anbieten", vermutet Girak. Rechtliche Probleme habe Bitshare derzeit nicht. Man ärgere sich aber darüber, in Deutschland in Zusammenhang mit kinox.to gebracht zu werden, ohne dazu befragt zu werden.

GVU weist auf enormen Marktanteil von kinox.to hin
In Deutschland geht die Suche nach den Selimi-Brüdern derweil weiter. Von der GVU wird hervorgehoben, welche Marktmacht kinox.to und das ebenfalls den Selimi-Brüdern zugeschriebene Movie4K zuletzt hatten. Demnach hatten die Portale einen Anteil am deutschen illegalen Streaming-Markt, der sich im Bereich der 90 Prozent bewegt haben soll. Die Portale sind also beileibe keine kleinen Fische.

Trotz der Großrazzia sind kinox.to und movie4k.to nach wie vor online. Zuvor wurde berichtet, dass den Behörden die für die Abschaltung der Dienste benötigten Passwörter fehlen würden. Erschwerend kommt hinzu, dass die Portale bei einem russischen Anbieter gehostet sein sollen, dem Verbindungen zum organisierten Cyberverbrechen nachgesagt werden. Unwahrscheinlich, dass dieses Unternehmen auf den Druck europäischer Strafverfolger reagieren wird.

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