Fr, 17. August 2018

Einsatz gegen IS

31.10.2014 22:39

Peschmerga-Verstärkung erreichte umkämpftes Kobane

Die seit Tagen erwartete Verstärkung aus dem Nordirak ist am Freitag in der belagerten nordsyrischen Stadt Kobane eingetroffen. Zehn Fahrzeuge mit Peschmerga hätten am Abend die türkisch-syrische Grenze überquert, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Rund 150 Kämpfer aus dem Nordirak seien bisher in Kobane angekommen, bestätigte ein Sprecher der Kurden wenig später, dass der Konvoi sicher in der Stadt eingetroffen sei.

Die nun eingetroffenen Peschmerga mit schweren Waffen sollen den Verteidigern von Kobane helfen, die Stadt gegen die Terrormiliz Islamischer Staat zu verteidigen. Sie hatten in den vergangenen Tagen in der Türkei auf ihren Einsatz in Syrien gewartet. Der IS versucht seit Wochen, die Stadt, die zum Symbol für den Kampf gegen die Islamisten aufgestiegen ist, einzunehmen.

Die Türkei hatte sich erst nach langem Zögern und intensivem Druck der USA bereit erklärt, zumindest die irakischen Kurden-Kämpfer über ihre Grenze in die syrischen Kurdenstadt reisen zu lassen. Dagegen verweigert Ankara weiter jede Unterstützung für die in der Türkei verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK und deren syrische Schwesterorganisation YPG.

Merkel bietet Ausbildung irakischer Soldaten an
Deutschland ist unterdessen nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel bereit, auch Teile der irakischen Armee für den Kampf gegen die IS-Extremisten auszubilden. "Wir würden auch durchaus überlegen - wenn wir gefragt würden - auch sunnitische Soldaten auszubilden, also nicht nur Kurden", sagte Merkel am Freitagabend.

"Wir tun jetzt alles, um die staatliche Struktur des Iraks zu stärken." Merkel verteidigte erneut die Waffenlieferung an die nordirakischen Kurden. Deutschland sei ausdrücklich um Hilfe gebeten worden. Die irakische Regierung habe zugestimmt.

Eine Hilfe für die Kurden im syrischen Kobane sei dagegen nicht möglich, weil Deutschland nur Waffen mit Zustimmung des betreffenden Landes liefern dürfe. Sicherlich gebe es das Risiko, dass deutsche Waffen auch in falsche Hände geraten können. Aber in der Abwägung aller Gefahren habe sich die Regierung für die Lieferung an die nordirakischen Kurden entschieden.

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