Ziel: MotoGP

Erfolge am Motorrad – und das ohne Führerschein

Niederösterreich
12.08.2026 13:00

Mit gerade einmal zwölf schrieb Paul Linsbichler aus Hirtenberg bereits Motorsportgeschichte: Der heute 14-Jährige wurde 2025 Österreichs jüngster Staatsmeister in der MINI GP Austria. Seither kennt seine Karriere nur ein Ziel – nämlich eines Tages in der MotoGP zu starten.

Eigentlich begann alles ganz harmlos bei den „Experience Days“ am Red Bull Ring. Paul war zehn Jahre alt, als er erstmals auf einem Mini-GP-Motorrad saß. „Das Gefühl war sofort cool. Vor allem der Kurvenspeed hat mich begeistert“, erzählt der heute 14-Jährige. Schon am ersten Tag fuhr er mit Lederkombi und setzte die Knie auf den Asphalt. Für Paul war klar: Das sollte mehr als nur ein Hobby werden.

Die erste Rennsaison in der MINI GP Austria folgte – und sie verlief besser als erwartet. Trainiert wurde unter anderem in Bad Fischau und auf verschiedenen Rennstrecken in Österreich. Bereits im ersten Jahr holte sich Paul den Titel „Rookie of the Year“. Über den Winter ging es zum Training nach Spanien, wo er gemeinsam mit seinem Vater und einem Trainer weiter an seiner Technik arbeitete.

Mit zwölf Jahren wurde Paul Staatsmeister. Der Erfolg brachte nicht nur Pokale, sondern auch die ...
Mit zwölf Jahren wurde Paul Staatsmeister. Der Erfolg brachte nicht nur Pokale, sondern auch die Aufmerksamkeit der Austrian Motorsport Federation und erste Sponsoren.(Bild: ZVG Privat)

Heuer wagt Paul den nächsten Schritt und startet im ADAC Junior Cup. Im internationalen Starterfeld konnte er sich bereits mehrfach unter den besten Fahrern behaupten.

Größter Erfolg: Platz 2 in den Niederlanden
In Oschersleben in den Niederlanden gelang ihm sein bislang größter Erfolg: Nach Platz drei im Qualifying kämpfte er bis zur Ziellinie um den Sieg und verpasste diesen in einem spektakulären Fotofinish um gerade einmal 0,0032 Sekunden. Platz zwei – und damit sein erstes Podest im ADAC Junior Cup. Aktuell liegt Paul auf Rang fünf der Gesamtwertung und ist damit bester Österreicher unter 23 Startern.

Sein Weg ist klar vorgezeichnet: Über die Nachwuchsklassen will Paul irgendwann in den MotoGP-Zirkus. Der nächste wichtige Schritt wäre die Moto4, danach könnte der Red Bull Rookies Cup folgen – und von dort aus der Sprung in die Moto3.

Hartes Training und viel Mut – Verletzungen inklusive
Dass hinter solchen Zielen jede Menge Arbeit steckt, weiß Paul genau. Ausdauertraining, Rennradfahren und Krafttraining gehören ebenso zum Alltag wie das Schrauben an Motorrädern mit seinem Vater. „Man braucht viel Körperspannung – und vor allem viel Mut“, sagt der Nachwuchsfahrer.

Mut musste Paul auch schon bei seinen Stürzen beweisen. Mehrfach hat er sich verletzt, unter anderem beide Handgelenke und einen Ellbogen. Bei einem sogenannten „Highsider“ wurde er vom Motorrad katapultiert und brach sich das Handgelenk.

Obwohl er mit 14 Jahren noch nicht einmal den Motorradführerschein besitzt, ist Paul bereits ...
Obwohl er mit 14 Jahren noch nicht einmal den Motorradführerschein besitzt, ist Paul bereits Profifahrer.(Bild: ZVG Privat)

Hinter Paul steht seine ganze Familie. Mama und Papa sind bei den Rennen mit dabei, unterstützen ihn und fiebern mit. Ab Herbst beginnt für Paul außerdem ein neuer Abschnitt: Nach der Neuen Musikmittelschule in Weißenbach wechselt er in die HTL Mödling für Fahrzeugtechnik.

Das nächste Rennen im ADAC Junior Cup führt ihn nach Assen in den Niederlanden. Ende September wartet mit dem Hockenheimring das Saisonfinale.

Doch sein größtes Ziel: „Die MotoGP wäre mein Traum.“

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