In Bludenz haben die Arbeiten für ein zukunftsweisendes Energieprojekt begonnen. Mit einem neuen Biomasse-Heizwerk samt Nahwärmenetz soll eine sichere und umweltfreundliche Wärmeversorgung für die Stadt und Teile von Bürs geschaffen werden. Die Wertschöpfung bleibt in der Region.
Dieser Tage hat in Bludenz die Umsetzung eines der bedeutendsten Energieprojekte der vergangenen Jahre begonnen. Mit dem offiziellen Start der Leitungsarbeiten wird der erste Schritt für ein neues, umfassendes Nahwärmenetz gesetzt. Im September dieses Jahres folgt dann der Baubeginn für das dazugehörige Biomasse-Heizwerk im Ortsteil Stallehr. Dieses Vorhaben bildet die Grundlage für eine nachhaltige und zukunftssichere Wärmeversorgung, von der die Stadt Bludenz und auch Teile von Bürs profitieren werden.
Mehr Versorgungssicherheit und Klimaschutz
Für Bürgermeister Simon Tschann und Baustadtrat Joachim Weixlbaumer ist der Baustart mehr als der Beginn eines reinen Infrastrukturprojekts: „Die vergangenen Jahre haben uns deutlich vor Augen geführt, wie abhängig wir noch immer von fossilen Energieträgern sind. Mit der Nahwärme setzen wir bewusst auf eine regionale Lösung, die Versorgungssicherheit schafft und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leistet. Die Wärme kommt künftig aus der Region, die Wertschöpfung bleibt in der Region – das ist ein Gewinn für unsere Bevölkerung und für unsere Wirtschaft“, betont Tschann.
Die vergangenen Jahre haben uns deutlich vor Augen geführt, wie abhängig wir noch immer von fossilen Energieträgern sind.
Simon Tschann, Bürgermeister
Details zur neuen Wärmeversorgung
Das Herzstück der Anlage, das Heizwerk in Stallehr, soll ausnahmslos mit regionaler Biomasse betrieben werden. In der ersten Ausbaustufe wird ein rund sieben Kilometer langes Wärmenetz errichtet. Ab Herbst 2027 sollen über dieses Netz 50 Gebäude, darunter private und öffentliche Einrichtungen, mit erneuerbarer Wärme versorgt werden. Die geplante Wärmelieferung in dieser Frühphase beläuft sich auf rund acht Gigawattstunden (GWh) pro Jahr. In den Folgejahren soll das Netz schrittweise erweitert werden.
Projekt mit regionaler Verankerung
Verantwortlich für die Umsetzung des mit 22 Millionen Euro veranschlagten Großprojekts ist die „nahwärme bludenz-bürs GmbH“. Für den Leitungsbau wurde die Firma Jäger beauftragt, die Errichtung des Heizwerks übernimmt eine Arbeitsgemeinschaft zwischen Jäger und dem Bauunternehmen „Tomaselli Gabriel“. „Gerade bei einem Projekt dieser Größenordnung freut es uns besonders, dass regionale Unternehmen ihre Kompetenz einbringen und damit auch die wirtschaftliche Wertschöpfung in Vorarlberg bleibt“, ist Weixlbaumer happy.
Bauarbeiten und Bürgerinformation
Das Nahwärmenetz wird etappenweise errichtet. Der erste Leitungsbau betrifft den Bereich Brunnenfeld sowie die St. Peterstraße. Für direkt betroffene Anrainerinnen und Anrainer gibt es zeitnah eine eigene Informationsveranstaltung, um etwaige Fragen zu klären. Auch während der weiteren Bauabschnitte soll die Bevölkerung laufend informiert werden. Seitens der Verantwortlichen wird versichert, dass man die Einschränkungen für Anrainer und Verkehr so klein wie möglich halten wolle – ganz ohne Baulärm, Straßensperren und Umleitungen wird es allerdings nicht gehen.
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