


Viele Hektar Natur wurden für den Bau der S7 in der Oststeiermark versiegelt. Doch die Asfinag musste im Gegenzug sogenannte Ausgleichsflächen kaufen, die sich nun zu einem Paradies entwickeln, in dem sich Adler, Graugans, Kiebitz und sogar Büffel eine Heimat teilen.
Otto Samwald hat schon viele Naturressorts auf der ganzen Welt gesehen. „Aber das hier in Großwilfersdorf ist wirklich schön geworden“, beurteilt der bekannte Vogelkundler aus Fürstenfeld. „Das hier“ ist eine Ausgleichsfläche für die S 7. Das bedeutet: Für jeden Hektar Natur, der für die Straße zerstört und versiegelt wurde, hat die Asfinag mehr Fläche angekauft oder gepachtet, um dafür neuen Naturraum zu schaffen.
Aus einer Schottergrube wurde ein Paradies
In Großwilfersdorf entstand so, wo früher eine Schottergrube war, auf 15 Hektar ein kleines Paradies, in dem man sich kaum in der Oststeiermark wähnt. Wasserbüffel stehen knietief im Teich und kühlen sich ab, daneben grasen friedlich Angusrinder – begleitet von dem Gezwitscher zahlreicher Vögel, die über ihnen kreisen.



„200 Arten haben wir schon nachgewiesen“, sagt Samwald, „darunter ganz seltene und bedrohte.“ Besonders stolz ist er auf die Kiebitze: Sechs Brutpaare gibt es bereits – Nachwuchs inklusive. „Das sind Bodenbrüter, wegen der intensiven Bewirtschaftung haben sie auf Ackerflächen keine Chance mehr.“
Büffel und Rinder sind „im Einsatz“
Die Vielfalt ist noch weit größer: Eisvogel, Goldregenpfeifer, Flussseeschwalbe, Löffelente, Zwergtaucher, Seeadler! Dazu Schmetterlinge, Eidechsen, Hasen oder etwa Rehe. Damit das Areal nicht verwildert, aber auch nicht aufwändig gemäht werden muss, sind vier Wasserbüffel und 16 Angusrinder „im Einsatz“. Kuhreiher, eine spezielle Vogelart, halten ihnen dabei lästige Insekten vom Leib.
Mittlerweile ist das „Naturquartier“ zu einem Ziel für Ornithologen aus ganz Österreich und sogar dem Ausland geworden – und gilt als echter Geheimtipp. Hinein darf aber niemand: „Das würde das Gleichgewicht massiv stören.“ Es funktioniere hier nur deshalb so gut, „weil die Vögel instinktiv wissen, dass der Zaun sie schützt“.
Aber für die S 7 ist doch so viel an Natur zerstört worden? „Zum Straßenbau kann man stehen, wie man will“, sagt Samwald kritisch. „Aber dieser Fleck Natur wäre sonst nur ein Maisacker.“ Und der vertrocknet in der Region vielfach traurig vor sich hin.
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