Geldverschwendung oder gute Investition in die Zukunft? In Eggenburg geht derzeit eine heftige Diskussion um die Finanzierung des neuen Bau- und Wirtschaftshofes über die Polit-Bühne.
Lokalaugenschein in Eggenburg im Bezirk Horn: ein Leck im Dach des Hauses, keine Heizung und baufällige Wände, die schon bessere Zeiten gesehen haben. Dort, in der Wiener Straße, möchte die Gemeinde künftig einen neuen Wirtschaftshof errichten. Altstoffsammelzentrum, öffentliche Winterstreufahrzeuge, Rasenmäher für Gemeindeflächen und dergleichen sollen dort untergebracht werden – und, mitunter am wichtigsten, die Mitarbeiter, die all diese Tätigkeiten verrichten. „Das wird aber nicht möglich sein, bis das Areal komplett saniert worden ist“, betont Manfred Mayer von der SPÖ Eggenburg gegenüber der „Krone“.
Der neue Bau- und Wirtschaftshof werde der Gemeinde um die 2,1 Millionen Euro kosten. Für die SPÖ nicht gerechtfertigt in Zeiten, in denen jede Gemeinde auf ihr Budget schauen muss. Ein Blick in die „Haushaltskasse“ von Eggenburg zeigt: Allein im Jahr 2025 gab es Abgänge von mehr als einer Million.
Aufgrund der hohen Verschuldung der Gemeinde immer wieder in Kritik der Landesfinanzierung.

Manfred Mayer
Bild: zVf / Gemeinde Eggenburg
Besonders brisant: im Februar 2025 – kurz vor Amtsantritt der momentanen Bürgermeisterin Margarete Jarmer (ÖVP) – erwarb Eggenburg bereits ein Grundstück am Ortsrand, das für einen neuen Wirtschaftshof gedacht war, Kosten: 500.000 Euro.
Die Ortschefin weist die Vorwürfe, „Steuergeld beim Fenster rauszuschmeißen“ vehement zurück: „Das ursprünglich angekaufte Grundstück wurde schon zum Verkauf ausgeschrieben. Der daraus erzielte Erlös wird zur Finanzierung verwendet.“ Wohl bemerkt: auch der millionenschwere historische Lindenhof wartet schon lange auf einen Pächter. „Wir befürchten, dass, um die hohen Schulden auszugleichen, andere Dinge wie das Freibad geschlossen werden“, so die SPÖ. Einzige nicht magere Einnahmequelle: das beliebte jährliche Mittelalterfest im Ort.
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