Sa, 18. August 2018

Tat aus Liebeskummer

25.10.2014 15:03

Junge Lehrerin stoppte den Highschool-Killer (15)

Einen Mitschüler hat er erschossen, vier weitere schwer verletzt - und sich schließlich selbst getötet: Der erst 15-jährige Jaylen Fryberg ist der vorerst letzte Amokläufer, der an einer US-Schule ein Blutbad anrichtete. Doch der Blutrausch in der Kantine der Marysville-Highschool hätte noch mehr Opfer fordern können, hätte eine junge Lehrerin den Schüler – dessen Motiv vermutlich Liebeskummer war – nicht gestoppt.

Wie KiroTV.com unter Berufung auf einen Schüler berichtete, sei Megan Silberberger – sie ist erst seit Kurzem als Lehrerin an der Schule beschäftigt –, als sie die Schüsse hörte, nicht weg-, sondern in die Cafeteria gelaufen. Dort habe Fryberg bereits mehrere Mitschüler niedergeschossen gehabt, doch die junge Lehrerin habe sich davon nicht einschüchtern lassen.

Als Fryberg gerade nachladen wollte oder aus einem anderen Grund mit der Waffe hantierte, sei sie direkt auf ihn zugegangen und habe nach dem Gewehr gegriffen. "Sie hat versucht, ihm das Gewehr aus der Hand zu reißen, und er hat versucht, auf sie zu schießen", so der Schüler. Das Gerangel habe keine zwei Sekunden gedauert, dann sei ein weiterer Schuss gefallen – und der Amokschütze selbst getroffen zu Boden gesunken. "Sie ist die Heldin", sagte der Schüler, der auch gehört hatte, dass der Schießerei ein kurzer Streit vorangegangen war. "Aber als ich mich umdrehte und hinschaute, gab es nur noch Gewehrschüsse und Schüler, die zu Boden fielen."

Randy Davis, der Präsident der Marysville Education Association, der seit 20 Jahren an der Schule unterrichtet, sagte dem Sender, Megan Silberberger sei im vergangenen Jahr als Lehramtsstudentin an der Schule gewesen und habe vor Kurzem als Sozialwissenschaftslehrerin hier begonnen: "Sie ist die klassische neue Lehrerin mit viel Enthusiasmus, viel Leidenschaft für das, was sie tut." Er sei sehr stolz auf ihre Leistung, aber es sei auch traurig, "dass sie so etwas tun musste".

Motiv für Bluttat war vermutlich Liebeskummer
Weit über die Grenzen von Marysville hinaus schütteln die Menschen ihre Köpfe und stellen sich die Frage, was den erst 15-jährigen Jaylen Fryberg zu so einer schrecklichen Tat veranlasst haben könnte. Fryberg habe in der Footballmannschaft gespielt und sei bei seinen Kameraden beliebt gewesen. "Niemand hätte das von ihm erwartet", sagen Mitschüler nun.

Das Motiv könnte in einer unerwiderten Liebe zu finden sein. Ein Schüler sagte der "Seattle Times", dass Fryberg in eine Mitschülerin verliebt gewesen sei, diese aber nichts von ihm wissen habe wollen. Auf sie soll der Jugendliche ebenfalls gezielt haben. Möglicherweise sogar mit dem Gewehr, das er zum Geburtstag bekommen hat. Vor einiger Zeit hatte er ein Bild veröffentlicht, das ihn mit einem Jagdgewehr zeigt (siehe oben), und dazugeschrieben: "Das wahrscheinlich beste Geburtstagsgeschenk aller Zeiten. Ich liebe es."

Auf Twitter hatte Fryberg in letzter Zeit mehrere ominöse Nachrichten gepostet. Kürzlich tweetete er: "Your gonna piss me off... And then some s*** gonna go down and I don't think you'll like it..." Und in seinem letzten Tweet vom Donnerstag hieß es: "It won't last...It'll never last..."

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