Neue Studie

Wie Gesundheitspolitik im Burgenland ankommt

Burgenland
05.08.2026 16:56

Eine Analyse zeigt: 77 Prozent der Burgenländer sind mit der  Gesundheitsversorgung hierzulande zufrieden.

Während das Gesundheitssystem österreichweit immer häufiger in der Kritik steht, fällt das Urteil im Burgenland besser aus. Das zeigt eine Gesundheitsstudie des Instituts für Strategieanalysen (ISA), die Politikwissenschafter Peter Filzmaier gemeinsam mit Meinungsforscherin Christina Matzka (Triple M) im Auftrag des Landes durchgeführt hat. Dafür wurden 1000 Burgenländer befragt, für den Österreichvergleich weitere 500 Personen.

Hohes Vertrauen ins Gesundheitssytem
Das Ergebnis: 77 Prozent sind mit der Gesundheitsversorgung zufrieden – 28 Prozent sogar sehr, 49 Prozent eher. Nur vier Prozent zeigen sich gar nicht zufrieden. Besonders auffällig sei, dass Menschen, die bereits Leistungen in Anspruch genommen haben, die Versorgung besser bewerten. Das gilt auch für ältere und gut informierte. Auch bei den Zukunftserwartungen liegt das Burgenland klar vor dem Österreichschnitt.

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Die Zufriedenheit mit der Gesundheitsversorgung im Burgenland ist sehr hoch und im Vergleich höher als im Rest Österreichs.

Peter Filzmaier

„Das spricht für ein hohes Vertrauen“, sagte Filzmaier. Während bundesweit 45 Prozent mit einer Verschlechterung der Gesundheitsversorgung rechnen, sind es hierzulande 29 Prozent. Umgekehrt sind 35 Prozent überzeugt, dass sich die Versorgung in den vergangenen Jahren verbessert hat – österreichweit sind es lediglich 17 Prozent.

Gleichzeitig erwartet jeder vierte Burgenländer weitere Verbesserungen. Im Österreichschnitt ist es nicht einmal jeder Zehnte. Für Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) ist die Studie eine Bestätigung des burgenländischen Weges. Die Gesundheitsreform des Bundes gehe „in eine völlig falsche Richtung“. Eine Zentralisierung gefährde die Versorgung in den Regionen und öffne der Privatisierung Tür und Tor. Besonders scharf kritisierte Doskozil die vom Bund forcierten Primärversorgungseinheiten: „Das ist ein Schlag ins Gesicht der Patienten.“ Damit könne man keine Spitäler ersetzen. Seine bereits gegenüber der „Krone“ geäußerte Ansage zur Herzchirurgie Oberwart bekräftigte er erneut: „Die Abteilung wird es noch geben, wenn die Verantwortlichen im Bund nicht mehr da sind.“

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Der Weg, den den Bund in Sachen Gesundheitspolitik verfolgt, geht in Richtung Zentralisierung und Privatisierung. Beides ist abzulehnen.

Landeshauptmann Hans Peter Doskozil 

Die Studie stellt auch den heimischen Kliniken einen guten Befund aus – 79 Prozent vertrauen diesen, ebenso viele bescheinigen ihnen hohe medizinische Qualität. Rund 80 Prozent bewerten ihre stationäre Behandlung positiv. „An erster Stelle stehen Freundlichkeit und Menschlichkeit des Pflege- und Betreuungspersonals“, sagte Meinungsforscherin Christina Matzka. Dahinter folgen modernste technische Ausstattung, verständliche Informationen durch Ärzte, kurze Wartezeiten und eine gute Erreichbarkeit. Wer lieber die Ambulanz als den Hausarzt aufsucht, nennt vor allem Wartezeiten und Öffnungszeiten als Grund.

Gesundheit Burgenland-CEO Florian Schlechtleitner, sieht die Ergebnisse als Bestätigung und Auftrag zugleich. „Wir werden die Gesundheitsoffensive weiterführen.“ Auf guten Ergebnissen werde man sich nicht ausruhen. Geplant seien der weitere Ausbau medizinischer Leistungen, Investitionen in Infrastruktur, Fachkräfte und ein Terminmanagement, das freie Kapazitäten an den Standorten nutzt und Wartezeiten verkürzen soll. 

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