„Pilot sah nur Gemüse“

Opfer von „Drohnen-Safari“ schildert feige Attacke

Ausland
05.08.2026 10:37
Porträt von krone.at
Von krone.at

Ein Video, das die Verfolgung eines Zivilisten in Cherson mit einer russischen Drohne zeigt, hat weltweit für Empörung gesorgt. Nun hat das Opfer der „Menschen-Safari“ über den Vorfall gesprochen: Der 52-jährige ukrainische Gemüsehändler Jurii überlebte mit schweren Splitterverletzungen und einer Gehirnerschütterung.

Der Händler hatte gerade mit seiner Frau den Schirm aufgestellt und die Gemüsekisten vor seinem Stand ausgeladen, als sie das charakteristische Summen einer Drohne über sich hörten. Seine Frau habe die Flucht ergriffen, während er versucht habe, dem Drohnenpiloten zu signalisieren, dass er ein unbewaffneter Zivilist ist und nicht jemand, der das Fluggerät filmen wollte.

„Hatte nur Tomaten, Gurken und Melanzani auf dem Boden“
Die Drohne sei zuvor wie aus dem Nichts hinter dem Markt aufgetaucht und sehr tief geflogen – sie steuerte direkt auf den Gemüsehändler zu. „Er konnte sehen, dass ich nur Tomaten, Gurken und Melanzani auf dem Boden hatte“, erklärte Jurii.

Hier schildert Jurii den furchtbaren Vorfall:

Mann überlebte bereits zwei russische Attacken
Bei einer Explosion nach der Verfolgung wurde der Mann verwundet. Seine Frau blieb unversehrt. „Alles ist hier aufgerissen“, zeigt der 52-Jährige auf die dicken Verbände, die um seine Verletzungen angelegt wurden. Auch sein Auto wurde bei dem Angriff schwer beschädigt.

Es sei schon das zweite Mal, dass er einen russischen Angriff überlebt habe. Beim ersten sei sein Auto auf die Seite geschleudert worden. „Aber wir konnten uns selbst daraus befreien. Wir haben es wieder zusammengeflickt und so fahren wir nun herum“, so Jurii. 

„Das Opfer hat mehrere Splitterwunden am Rumpf erlitten, sowie an den oberen und unteren Gliedmaßen“, beschreibt ein Arzt die Verletzungen des 52-Jährigen. Zudem habe er ein Barotrauma und eine Gehirnerschütterung davongetragen – „aber zum Glück ist sein Leben momentan nicht in Gefahr“, so der Mediziner. 

Selenskyj: „Russen haben Freude daran, Zivilisten zu töten“
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilte die „Drohnen-Safari“ auf X. „Die Welt muss das sehen!“, erklärte der Politiker und teilte das Video. „Die Russen gaben sogar das Verbrechen zu, zeigten keinerlei Bedauern und prahlten offen damit, Menschen zu quälen“, empörte sich Selenskyj. Russland sei „verrückt geworden“ und seine Soldaten hätten „ihre Freude daran, Zivilisten zu töten und zu misshandeln“.

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