Wasser gehört dem Land

Thermenbohrung beantragt: Gegner sehen Hindernis

Steiermark
03.08.2026 08:30

Neue Thermenbohrung oder ein riesiges Glashausprojekt? In der Oststeiermark buhlen zwei Großprojekte um die Zustimmung der Behörden. Was im Zuge dessen bekannt wird: Das Wasser für die Rogner-Therme Bad Blumau gehört dem Land Steiermark.  

Auf der einen Seite eine fast 100 Millionen Euro schwere Investition in ein Glashausprojekt in Neudau, beheizt mit Geothermie. Auf der anderen Seite eine erneute Bohrung nach heißem Wasser für das Thermalbad in Bad Blumau. Diese beiden Projekte stehen sich in der Oststeiermark gegenüber.

Thermenbetreiber Robert Rogner sieht die riesigen geplanten Glashäuser, in denen ganzjährig Gemüse angebaut wird, kritisch. Die Neudauer Projektwerber (Alexander Kottulinsky, Supernova-Gruppe und Frutura) vermuten daher, dass Rogner seine neue Bohrung vor allem deshalb beantragt hat, um ihr Vorhaben zu verhindern.

Die zwei Projekte

  • Am 6. Mai 2024 hat die Rogner Geothermie GmbH um die wasserrechtliche Bewilligung für eine  Sicherheitsbohrung zur langfristigen Absicherung der Thermalwassernutzung angesucht. 
  • Am 9. Oktober 2025 hat dann die SN AK Geothermie GmbH die wasserrechtliche Bewilligung für den Betrieb von zwei Bohrungen zum Beheizen der geplanten Glashäuser in Neudau beantragt. 
  • Die beiden Bohrendpunkte liegen etwa 1700 bis 1800 Meter voneinander entfernt. Die große Frage: Würden sie sich gegenseitig beeinträchtigen? Die Projektwerber (Kottulinsky/Supernova bzw. Rogner) gehen davon aus. Laut dem Amtssachverständigen lässt sich das aber anhand der Einreichsplanung nicht beurteilen, es braucht zuerst Bohrungen und Pumpversuche.

Zuerst teure Bohrung, erst dann Behördenverfahren
Sie haben ein Widerstreitverfahren beim Land Steiermark beantragt. Ziel: Die Behörde soll entscheiden, welchem Bohrprojekt der Vorzug gegeben wird. Doch diese lehnt, wie kürzlich berichtet, ein solches Verfahren ab. Zuerst müsse die Glashaus-Gruppe eine Probebohrung durchführen lassen – diese kostet allerdings mindestens zehn Millionen Euro.

Aktuell gibt es also eine Pattstellung in der Sache. Auf einen interessanten Punkt weisen die Projektwerber aber in ihren Unterlagen hin: Das Wasser für die Blumauer Therme gehört rechtlich dem Land Steiermark, Rogner darf es aber kostenlos nutzen. Das geht auf einen Vertrag aus den früheren 1990er-Jahren zurück, der letztmalig vor wenigen Jahren bestätigt wurde.

Das sagt die Landesbehörde
Kann Rogner überhaupt eine Bohrung beantragen, wenn ihm das Wasser nicht gehört? Aus Sicht der Neudauer Gruppe ist „Herr Rogner nicht berechtigt, einen Antrag für die gegenständliche Bohrung zu stellen“. Grund: Es handle sich um keine eigenständige Bohrung, sondern lediglich um eine Absicherungsbohrung für ein bestehendes Wasserrecht. Auch innerhalb der zuständigen Landesabteilung dürfte es Zweifel geben, wie ein der „Krone“ vorliegendes internes Mail dokumentiert.

Von Christoph Romirer, Leiter des Wasserreferats in der Landesabteilung 13, heißt es allerdings auf Anfrage: „Die Rogner-Gruppe ist – so wie im Übrigen jede sonstige natürliche oder juristische Person – dazu berechtigt, Anträge um wasserrechtliche Bewilligung beim Landeshauptmann als Wasserrechtsbehörde zu stellen.“ Für die Behörde sind zivilrechtliche Vereinbarungen, im Fall von Rogner mit der Landesabteilung 12 (Tourismus), nicht maßgeblich. „Die Genehmigungsfähigkeit eines Projekts richtet sich ausschließlich nach den gesetzlichen Bestimmungen des Wasserrechtsgesetzes.“ Sprich: Der Status quo bleibt. 

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