Nach 1:1 in Tirol

„Vielflieger“ Sturm erlebt die ersten Turbulenzen

Steiermark
01.08.2026 20:47

Rein in den Flieger, raus aus dem Flieger! Während der SK Sturm aktuell – aufgrund von fünf Auswärtsspielen in 15 Tagen – viele Flugmeilen sammelt, erlebte man beim 1:1 in Tirol die ersten Turbulenzen der jungen Saison. Vor allem der massive Chancenwucher stieß sauer auf.

Die Vielflieger von Sturm haben die ersten kleineren „Turbulenzen“ in der Saison durchgemacht. Mit breiter Brust waren die Grazer – nach drei Siegen in drei Pflichtspielen plus Aufstieg in der Champions League – an den rumpeligen Tivoli gereist. Nach zwar gefühlt hundert Großchancen, aber am Ende nur einem Punkt im Gepäck, stieg die Truppe von Coach Fabio Ingolitsch dann in den Flieger in die Heimat.

Jubel beim Tor von Wlodarczyk – für einen Sieg hat es für Sturm aber nicht gereicht.
Jubel beim Tor von Wlodarczyk – für einen Sieg hat es für Sturm aber nicht gereicht.(Bild: APA/EXPA/ STEFAN ADELSBERGER)

Ohne Kiteishvili, Weinhandl und auch Neo-Stürmer Weiper, der blessiert abwinken musste, ließ Wlodarczyk die 500 mitgereisten Sturm-Fans (29.) jubeln, brachte den Favoriten nach feiner Aktion über Stankovic und Soglo plangemäß in Führung. Diese glich dann aber kurz vor der Pause Olakigbe (42.) aus. Es war Sturms erstes Gegentor in der Saison, das man sich einfing, als Stankovic kurz außerhalb des Platzes behandelt werden musste.

Nur im Chancenwucher eine Klasse für sich
Damit hatte die WSG ihr Pulver aber verschossen, kam im Laufe der Partie nicht mehr vor das Sturm-Tor. Da der Europacup-Fighter aus Graz aber diesmal nur im „Chancenwucher“ eine Klasse für sich war, sackte Tirol einen schmeichelhaften Punkt ein. „Enttäuschend, wir müssen unsere Chancen verwerten! Ich genauso“, schimpfte Simon Seidl. „Beim Gegentor müssen wir außerdem sicherer stehen, wenn wir in Unterzahl sind. Wir dürfen jetzt den Kopf nicht in den Sand stecken, haben uns hier aber schon viel mehr erwartet.“

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Wir haben einfach nicht die besten Rasen in Österreich – schuld war der Rasen aber sicher nicht, dass wir nicht gewonnen haben.

JP Hödl

JP Hödl – genauso wie Seidl, Fosso oder Soglo schnell gelb-belastet – wusste, was auf Sturm in Tirol zukommt. „Eine ganz andere Atmosphäre als im Europacup, ein ganz anderes Spiel. Das wir aber auch sicher gewinnen, wenn wir die Chancen nützen.“ Den „Rasen“ wollte der Youngster nicht für den „Bremser“ verantwortlich machen. „Wir haben einfach nicht die besten Rasen in Österreich, aber schuld ist er nicht, dass wir nicht gewonnen haben.“

Ingolitsch war nach dem 1:1 enttäuscht.
Ingolitsch war nach dem 1:1 enttäuscht.(Bild: GEPA)

Während die „Kein-Gegentor-Serie“ von Sturm gerissen ist, bleibt die Serie an ungeschlagenen Spielen unter Fabio Ingolitsch bestehen. 17 Matches sind es mittlerweile seit der letzten Niederlage am 14. Februar – damals mit 0:1 am Tivoli, der definitiv nicht zu Sturms Lieblingsstadien zählt.

Aber auch die weiße Weste tröstete den Sturm-Coach, der Linksverteidiger Balbo debütieren ließ, nicht. „Es ist mir ein Rätsel, wie wir es geschafft haben, dieses Spiel nicht zu gewinnen. Der Gegner hat uns riesige Räume angeboten, die wir nicht genützt haben. Dazu laufen wir ins Abseits, wenn wir gar nicht müssen“, stießen die gefühlt 20 Abseitsstellungen sauer auf.

Vor dem Europacup-Abflug nach Istanbul am Dienstag ist Sturm wieder in der Realität gelandet. Ob er bereits Gusto auf Fenerbahce hat? „Vorher muss ich das Spiel hier verdauen! Die Effizienz aus dem Europacup, mit der wir dem Gegner dort den Stecker gezogen haben, haben wir vermissen lassen.“ Fix: So geht das in Istanbul schwer ins Auge! 

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