Fr, 17. August 2018

Heftige Gefechte

21.10.2014 08:39

IS-Miliz greift Kobane "auf allen Fronten" an

Angesichts der militärischen Unterstützung für die kurdischen Verteidiger von Kobane verstärkt die IS-Miliz ihre Anstrengungen zur Eroberung der nordsyrischen Stadt. Nach zwei Selbstmordanschlägen im Norden der Stadt griffen die Extremisten Kobane "an allen Fronten" an, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in der Nacht auf Dienstag mit.

Kurdische Einheiten und IS-Kämpfer lieferten einander demnach am Montagabend heftige Gefechte. Zuvor hatte die US-Armee die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) in Kobane erstmals aus der Luft mit Waffen und Medizin versorgt (siehe Infobox). Überraschend hatte auch die Türkei einen Kurswechsel angekündigt und Peshmerga-Kämpfern aus dem Nordirak gestattet, den Kurden im belagerten Kobane zu Hilfe zu eilen.

Die IS-Anschläge im Norden der Stadt sollten offenbar dazu dienen, Kobane von der Türkei abzukoppeln. Der Kampf um die Stadt hat für die Extremisten hohen symbolischen Charakter: Gelingt es ihnen, sie einzunehmen, würden sie so auch einen Teil der Grenze zur Türkei kontrollieren. Die Dschihadisten hatten zuletzt auch wieder Verstärkung nach Kobane geholt, um den Kampf um die Kurdenstadt für sich zu entscheiden.

Zahlreiche IS-Angriffe im Nordirak
Im Irak griffen die Dschihadisten die von Kurden kontrollierte Stadt Kara Tapah an. Zehn Menschen wurden nach Angaben der Behörden getötet, Tausende Menschen flohen aus der Stadt. Am Montag habe die Terrormiliz gleichzeitig 15 Angriffe gegen kurdische Kräfte im Nordirak geführt, berichtete der US-Sender CNN. Dagegen zogen sich IS-Kämpfer laut Medienberichten aus der Provinz Salaheddin nördlich der Hauptstadt Bagdad zurück.

Die von den USA über Kobane abgeworfenen Waffen stammen von kurdischen Stellen im Nordirak. Die syrischen Kurden bestätigten, dass sie die Lieferung erhalten hätten. "Ohne Zweifel wird die Ankunft der Waffen den Verlauf des Kampfes verändern", sagte der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman. Es seien leichte und mittelschwere Waffen, Maschinengewehre, panzerbrechende Waffen, Munition und medizinische Hilfsgüter geliefert worden.

Weitere US-Luftschläge in Syrien
Die USA setzten zugleich ihre Luftangriffe fort. Dabei wurde in Syrien unter anderem eine herrenlose Ladung Waffen zerstört, um zu verhindern, dass diese in die falschen Hände geraten, wie das Zentralkommando am Montag mitteilte. Im Irak griff das Bündnis IS-Stellungen nahe der Stadt Amiriyat al-Falluja sowie eine Ölraffinerie in Baiji an.

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