Sa, 18. August 2018

Auch Ö betroffen

18.10.2014 13:08

Bahnverkehr in Deutschland nahezu lahmgelegt

Die deutsche Lokführer-Gewerkschaft (GDL) hat am Samstagmorgen einen zweitägigen Streik im Personenverkehr der Bahn begonnen. "Betroffen ist der Fern-, Regional- und S-Bahn-Verkehr", sagte eine Bahn-Sprecherin in Berlin. Zu Zugausfällen und Verspätungen kommt es auch in Österreich.

Laut dem ÖBB-Internetportal fällt etwa der ICE 209 mit Ziel Innsbruck zwischen Hamburg-Altona und Leipzig Hauptbahnhof aus, die Züge EC 390/391 (Linz - Frankfurt) verkehren nur bis/ab Bahnhof Salzburg. Keine Fahrten gibt es zwischen Salzburg und Frankfurt bzw. Salzburg und Karlsruhe.

Im Streikzeitraum entfallen die Kurswagen Hamburg-Wien (EN 490/491), beim Nachtzug Wien West-Berlin über Tschechien werden die Kurswagen (60406 bzw. 60477) nur bis/ab Dresden geführt. Auch am Montag, 20. Oktober, ist in den Morgenstunden laut ÖBB mit Verspätungen der Züge aus Deutschland sowie mit Zugausfällen und Verspätungen im innerdeutschen Reisezugverkehr zu rechnen.

Notverkehr der Bahn läuft gut an
Wenige Stunden nach Beginn des Deutschland-weiten Streiks fuhren nach Angaben der Deutschen Bahn rund 30 Prozent der Fernzüge. Wie das Unternehmen weiter mitteilte, lief auch bei der Regional- und S-Bahn der Notverkehr gut an. Der Güterverkehr sei jedoch stark eingeschränkt. Ziel sei es, mit dem Ersatzfahrplan mindestens ein Drittel der Züge auf die Schiene zu bringen.

Der Streik, der sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr erst Montag früh um 4 Uhr enden soll, trifft deutsche Bahnkunden diesmal besonders hart. In sieben Bundesländern beginnen an diesem Wochenende die Herbstferien, in zwei enden sie, darunter Nordrhein-Westfalen. Für gestrandete Reisende stellte die Bahn eigenen Angaben zufolge Hotelzüge in Hamburg, Berlin, Frankfurt und München bereit.

Bahnverkehr in ganz Deutschland lahmgelegt
Die GDL will mit dem Ausstand den Bahnverkehr in ganz Deutschland lahmlegen. Der Güterverkehr wird bereits seit Freitagnachmittag bestreikt. Kurz zuvor hatte die Bahn ein neues Tarifangebot vorgelegt - ohne Erfolg. Der gesamte Streik sollte am Montagmorgen um 4 Uhr enden, hieß es von der GDL. Die Bahn bat ihre Fahrgäste, sich auf ihrer Internetseite über die Ersatzfahrpläne zu informieren.

Die GDL will mit dem Arbeitskampf im Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn den Druck auf die Unternehmensleitung erhöhen. Sie fordert fünf Prozent mehr Lohn und eine kürzere Arbeitszeit. Außerdem strebt sie die Federführung bei Tarifverhandlungen auch für Zugbegleiter und andere Bahnmitarbeiter an, die bisher von der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) vertreten werden.

"Streiks in dieser Dimension sind völlig verantwortungslos"
Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber kritisierte den Streikaufruf der Lokführergewerkschaft GDL scharf. "So kurzfristig und in dieser Dimension sind die Streiks völlig verantwortungslos und an der Grenze zur Irrationalität", sagte der Manager der "Bild" am Samstag. Weber bemängelte, dass sich die Gewerkschaft trotz des jüngsten Tarifangebots "keinen Millimeter" bewege.

Der Präsident des Handelsverbands Deutschland (HDE), Josef Sanktjohanser, kritisiert die GDL ebenfalls hart. Er sagte dem Blatt: "Das ist eine riesengroße Verantwortungslosigkeit der GDL. Wenn die Kunden wegbleiben und die Ware nicht ankommt, weil die Bahn nicht fährt, ist das eine absolute Katastrophe für unsere Unternehmen und Beschäftigten." Sanktjohanser warnte, es könne zu erheblichen Lieferverzögerungen kommen.

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