Mi, 12. Dezember 2018

Nach sechs Monaten

17.10.2014 16:20

Deutsche Geiseln auf Philippinen wieder frei

Aufatmen in Deutschland: Zwei auf den Philippinen entführte Deutsche sind laut Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin sowie philippinischer Behörden nach sechs Monaten in der Hand islamistischer Terroristen wieder frei. Der 72 Jahre alte Arzt und seine 55 Jahre alte Lebensgefährtin waren im April während einer Segeltour verschleppt worden. Die Kidnapper der islamistischen Terror-Organisation Abu Sayyaf hatten zuletzt gedroht, den Pensionisten zu enthaupten, sollte das geforderte Lösegeld von über vier Millionen Euro bis Freitag nicht gezahlt werden. Ob tatsächlich Geld geflossen ist, ist noch unklar.

"Wir sind erleichtert, bestätigen zu können, dass die beiden Deutschen nicht mehr in der Hand ihrer Entführer sind", sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts. "Die beiden Deutschen befinden sich gegenwärtig in der Obhut von Mitarbeitern der Botschaft Manila. Wir danken der Regierung der Philippinen für die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit."

"Sie sind jetzt in Sicherheit in einem Militärcamp", sagte Roberto Fajardo, Chef einer Anti-Kidnapping-Einsatzgruppe der philippinischen Polizei. Der 72-Jährige und seine Lebensgefährtin seien von Polizisten in der Stadt Patikul auf der Insel Jolo in Empfang genommen worden. Der Stabschef des philippinischen Heeres sagte, die beiden würden im Camp zunächst medizinischen Tests unterzogen. "Dann werden sie in die Stadt Zamboanga gebracht, wo sie weiter medizinisch betreut werden, während sie auf den nächstmöglichen Flug nach Manila warten", erklärte Gregorio Catapang.

Ein Sprecher der Terrorgruppe betonte in einem Radiointerview, die vor sechs Monaten gekidnappten Deutschen seien gegen Zahlung der geforderten Summe freigelassen worden. "Wir haben das Lösegeld erhalten, keinen einzigen Centavo mehr, keinen weniger", sagte der Abu-Sayyaf-Sprecher, der sich Abu Rami nennt, am Freitag. Zuvor waren philippinische Streitkräfte eingeschritten, um die Geiseln zu befreien. "Ein Bataillon ist eingerückt", sagte ein Angehöriger der Streitkräfte, der anonym bleiben wollte. Er sprach von einer "einer Art Rettungsaktion".

Geiseln drei Stunden vor Ablauf des Ultimaums frei
Abu Rami erzählte in dem Interview: "Militärische Einheiten umkreisten unser Camp, als wollten sie versuchen, die Geiseln zu befreien." Der Abu-Sayyaf-Sprecher sagte weiter: "Ich wurde so wütend." Er habe das Militär gewarnt: "Wenn der Person vor dem Ende des Ultimatums etwas zustößt, sollte die Öffentlichkeit die Regierung der Philippinen dafür verantwortlich machen." Rund drei Stunden vor Ablauf des Ultimatums habe er einen Anruf erhalten. Der Mann am anderen Ende der Leitung habe ihm gesagt, er solle auf das Lösegeld warten.

In den vergangenen Monaten waren die beiden deutschen Geiseln von den Entführern mehrfach vorgeführt worden. In Radio- und Videobotschaften flehten sie dabei um Hilfe. Die Terroristen hatten in den vergangenen Tagen den Radiosender in der Stadt Zamboanga mehrfach genutzt, um ihre Forderungen zu verbreiten. Außer Lösegeld verlangte Abu Sayyaf, Deutschland solle seine Unterstützung des Kampfes gegen die IS-Miliz in Syrien und im Irak einstellen.

Der philippinische Heereschef Catapang sagte, das Militär werde weiter Jagd auf die Extremisten machen. Nach Überzeugung der philippinischen Geheimdienste befinden sich noch zehn weitere Geiseln in der Hand von Abu Sayyaf. Vermisst werden zwei Vogelbeobachter aus den Niederlanden und der Schweiz sowie zwei Malaysier und ein Japaner.

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