Skandal um Babynahrung

AGES untersucht österreichweit weitere Proben

Österreich
06.02.2026 15:22
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der Skandal um verunreinigte Babynahrung weitet sich aus. Am Donnerstag musste Danone mehr als 90 Chargen von Aptamil und Milumil in Österreich zurückrufen. Die Lebensmittelbehörden ziehen nun in sämtlichen Bundesländern Proben, die im Labor der Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) untersucht werden.

Hintergrund sind die aktualisierten Empfehlungen zum Cereulid-Schwellenwert. Wie berichtet, hatte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) am Montag Höchstwerte für das Toxin Cereulid in Milchpulver festgelegt. Zuvor gab es noch keinen Grenzwert. Die Überschreitung von 0,054 Mikrogramm pro Liter in Säuglingsmilch führte dann am Donnerstag zu einem weiteren Rückruf der Produkte.

Das bakterielle Toxin kann für Babys besonders gefährlich sein. Mögliche Symptome 30 Minuten bis sechs Stunden nach der Aufnahme sind Erbrechen und Durchfall. Gängige Erhitzungsverfahren zerstören Cereulid nicht zuverlässig. Verantwortlich für die Rückrufe ist ein verschmutztes Öl eines Zulieferers aus China. Dieser ist einer von weltweit wenigen Lieferanten von Arachidonsäure (ARA), einer in Europa streng regulierten Substanz, die als Quelle für Omega-6-Fettsäuren in bestimmten Säuglingsmilchprodukten enthalten ist.

Diese Produkte wurden in Österreich zurückgerufen:

(Bild: Krone KREATIV)

Umstellung auf europäische Produzenten
Es gibt allerdings einen alternativen Produzenten in Europa, auf den der deutsche Hersteller Hipp setzt. Auch Nestlé hat laut eigener Aussage „umgehend auf einen europäischen Lieferanten umgestellt“. „Alle Chargen der Öl-Zutat von unseren anderen Lieferanten werden nun systematisch getestet, um die Abwesenheit von Cereulid zu bestätigen. Die Produktion der betroffenen Marken wurde in all unseren Säuglingsmilchfabriken in Europa wieder aufgenommen, und wir sind überzeugt von der Gesundheit und Sicherheit unserer Produkte“, teilte Nestlé Österreich am Freitag mit. Der Hersteller hatte bereits im Jänner Produkte zurückgerufen.

Kaufpreis wird rückerstattet
Aptamil und Milumil haben inzwischen auf ihren Websites ein Rückruf-Prüf-Tool eingerichtet. Eltern können das Mindesthaltbarkeitsdatum der Babynahrung eingeben und überprüfen, ob das gekaufte Produkt betroffen ist. Danone muss laut dem Wiener Marktamt „einen vollständigen Nachweis der Unbedenklichkeit erbringen, bevor eine erneute Freigabe erfolgen kann“.

Den Behörden sind ,im Gegensatz zu anderen Ländern, bisher keine Krankheitsfälle in Österreich bekannt, die auf den Konsum der betroffenen Produkte zurückzuführen sind. In einer aktuellen Probe von vergangener Woche sei eine Cereulid-Konzentration nachgewiesen worden, die die Gesundheit schädigen könne, teilte die AGES mit. Eltern, die entsprechende Babypulver-Chargen gekauft haben, sollen diese nicht verwenden und zurückgeben. Der Kaufpreis wird auch ohne Vorlage der Rechnung erstattet.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.

krone.tv

Top 3
Top Gutscheine
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung