100 Jobs sind weg

Sanierung der Brucker Heidenbauer-Gruppe scheitert

Steiermark
23.07.2026 11:54
Porträt von Steirerkrone
Von Steirerkrone

Millionenpleite in Bruck an der Mur: Am Donnerstag gab die Heidenbauer-Gruppe bekannt, dass nach der Insolvenz im Vorjahr die geplante Restrukturierung gescheitert sei. Schuld daran sei die eigene Hausbank. Rund 100 Beschäftigte verlieren ihren Job.

Es ist ein Dämpfer für den obersteirischen Wirtschaftsstandort: Bereits im November 2025 hatte die Heidenbauer-Gruppe in Bruck an der Mur mit Gesamtpassiva von rund 63,1 Mio. Euro Insolvenz angemeldet. Auslöser der größten steirischen Unternehmensinsolvenz des Jahres 2025 waren neben drastischen Preissteigerungen bei Material und Energie auch die allgemeine Krise in der Bau- und Immobilienwirtschaft sowie Zahlungsausfälle von Großkunden.

Ursprünglich sah das Konzept jedoch vor, wirtschaftlich tragfähige Bereiche der Gruppe in Auffanggesellschaften fortzuführen und zu sanieren – und so auch viele Jobs zu retten. Doch dieser Prozess ist nun gescheitert. 

Als Grund für das endgültige Aus nannte die Firma, deren Wurzeln ins Jahr 1946 zurückreichen, eine angeblich nicht eingehaltene, verbindliche Finanzierungszusage der Hausbank. Wesentliche Finanzierungsschritte seien von dem Institut teilweise gar nicht oder nur unvollständig umgesetzt worden, was zu einer akuten Liquiditätskrise geführt habe. Heidenbauer-Eigentümer Batoor Khan, der laut Unternehmensangaben zuvor „erhebliche private Mittel“ eingebracht hatte, zeigte sich angesichts der Entwicklung „fassungslos“.

Rechtliche Schritte gegen Bank könnten folgen
Das Vorgehen der Bank dürfte jedoch ein rechtliches Nachspiel haben. Wie aus informierten Kreisen verlautet, erwägt die Unternehmensgruppe rechtliche Schritte. Demnach steht eine Feststellungsklage im Raum, mit der sämtliche Schäden geltend gemacht werden sollen, die durch die nicht umgesetzte Finanzierung entstanden sind.

Noch im Laufe des Donnerstags wurden Insolvenzanträge für die vier verbliebenen Gesellschaften der Heidenbauer-Gruppe eingebracht. Laut AKV waren zuletzt noch 91 Dienstnehmer beschäftigt, eine Fortführung ist nicht mehr geplant. Ein Überblick über das Vermögen ist erst zu schaffen. 

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