Do, 16. August 2018

Panik in New York

10.10.2014 13:47

Angst vor Ebola: Putzpersonal an Flughafen streikt

Am New Yorker Flughafen LaGuardia haben sich rund 200 Reinigungskräfte aus Angst vor Ebola geweigert, die Flugzeugkabinen zu putzen. Sie hätten keinen ausreichenden Schutz, wenn sie Erbrochenes wegräumen oder die Bordtoiletten säubern müssten, erklärten Beschäftigte der Firma Air Serv in einer von der Dienstleistungsgewerkschaft SEIU verbreiteten Stellungnahme. Unterdessen herrscht auch in mehreren europäischen Staaten erhöhte Alarmbereitschaft. So befinden sich derzeit Hunderte Menschen in Serbien unter Quarantäne.

Das Putzpersonal des Flughafens LaGuardia betonte unter anderem, es hätte zum Beispiel keine Handschuhe, die dick genug seien und nicht rissen. Die Air-Serv-Beschäftigten traten für einen Tag in den Ausstand. Die Flugzeugbesatzungen mussten die Maschinen selbst reinigen.

Die in Westafrika grassierende Ebola-Seuche wird durch Körperflüssigkeit übertragen. In den USA war am Mittwoch der erste mit Ebola diagnostizierte Patient gestorben. Der Liberianer war am 20. September aus seinem Heimatland nach Texas gereist. Erst am 28. September hatten Ärzte das Ebola-Virus bei dem Mann nachgewiesen.

Die USA haben bereits die Kontrollen an den Flughäfen in New York, Newark, Chicago, Washington und Atlanta verschärft. Unter anderem wird die Körpertemperatur von Reisenden aus Westafrika gemessen.

Ebola-Kontrollen auf britischen Flughäfen
Auch in Großbritannien werden seit geraumer Zeit Ebola-Einreisekontrollen durchgeführt. Die Kontrollen beträfen Reisende, die aus vom Ebola-Ausbruch betroffenen Ländern wie Liberia und Sierra Leone kommen. Wie die britische Regierung am Freitag mitteilte, sollen die aus den betroffenen westafrikanischen Ländern ankommenden Passagiere nach ihren Reisedaten und Kontakten sowie nach weiteren Reiseplänen befragt werden. Im Zweifel kann auch medizinisches Personal hinzugezogen werden. Die Entscheidung sei auf Anraten des obersten britischen Amtsarztes getroffen worden.

Brite an inneren Blutungen gestorben - Panik in Mazedonien
Nach dem plötzlichen Tod eines britischen Staatsbürgers in Skopje wächst auch in Mazedonien die Angst vor der Seuche. Zwar betonten die örtlichen Behörden, es gebe nur eine "geringe Wahrscheinlichkeit", dass der Mann mit dem Ebolavirus infiziert sei. Dennoch wurde das Hotel abgeriegelt. Ein zweiter britischer Staatsbürger und Hotelangestellte müssten im Gebäude bleiben, erklärte Jovanka Kostovska von der Abteilung für Infektionskrankheiten im Gesundheitsministerium.

Der Brite befand sich nach Angaben der Ministeriumssprecherin auf Geschäftsreise in dem Balkanstaat. Angestellte seines Hotels in der Hauptstadt Skopje riefen am Donnerstagnachmittag die Rettungsdienste, da der Mann sehr geschwächt war, über Bauchschmerzen klagte, die Nahrungsaufnahme verweigerte und sich übergab. Er wurde dann in ein auf Infektionserkrankungen spezialisiertes Krankenhaus eingeliefert, wo auch innere Blutungen festgestellt wurden. Der Patient verstarb kurz danach.

Hunderte Menschen in Serbien unter Quarantäne
Als Reaktion auf den Todesfall hat das benachbarte Serbien Hunderte Menschen unter Quarantäne gestellt. Insgesamt sollen sich in den vergangenen Tagen zeitweise 708 Verdachtsfälle auf Isolationsstationen befunden haben. 92 von ihnen seien nach Serbien aus den von Ebola betroffenen Regionen eingereist und wurden aus Sicherheitsgründen unter Beobachtung gestellt.

Bislang gilt eine spanische Krankenpflegerin als der erste Mensch, der sich in Europa mit dem Ebola-Virus infiziert hat (siehe Infobox). Die 44-Jährige, die in Lebensgefahr schwebt, arbeitete in einer Madrider Klinik, in der im August und September zwei spanische Missionare nach ihrer Rückkehr aus Westafrika an Ebola starben.

Spanierin und zwölf Kontaktpersonen in Madrider Spital
Die Krankenpflegerin befindet sich derzeit gemeinsam mit ihrem Ehemann und zwölf weiteren Kontaktpersonen in der Klinik Carlos III. in Madrid. Wie aus Krankenhauskreisen verlautete, stehen unter anderem Ärzte, Pfleger sowie auch zwei Friseurinnen unter Beobachtung, die mit der Kranken in Kontakt gekommen waren, bevor die Frau am Sonntagabend in die Klinik eingewiesen worden war. Die 44-Jährige wird laut Anagaben des Spitals bereits mit dem Medikament "ZMapp" behandelt. Eine Lieferung des experimentellen Mittels, dessen Vorräte als weitgehend erschöpft galten, sei aus Belgien gekommen, berichtete der staatliche Fernsehsender RTVE unter Berufung auf Krankenhaussprecher.

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