In allen Schichten

Kokain-Boom in der Steiermark ebbt nicht ab

Steiermark
18.07.2026 16:00

Aktueller Drogenbericht zeigt, dass „Koks“ in der Steiermark quer durch alle Schichten verbreitet ist und die Nachfrage weiter steigt. Kriminelle Netzwerke dahinter florieren. 

Am Grenzübergang Spielfeld fanden Polizisten im November vergangenen Jahres achteinhalb Kilo Cannabis sowie 110 Gramm Kokain im Kofferraum eines Slowenen, der nach Österreich einreisen wollte. Wie sich im Zuge weiterer Ermittlungen herausstellen sollte, war der Mann Mitglied eines straff organisierten Balkan-Drogenclans. Ihm konnten die Einfuhr und Weitergabe von insgesamt zumindest 240 Kilo Cannabis und zehn Kilo Kokain im Raum Graz nachgewiesen werden – alleine im Zeitraum von zwei Monaten.

Dieser Fall ist gleich für mehrere Entwicklungen beispielhaft, die der aktuell vom Bundeskriminalamt vorgelegte Drogenbericht aufzeigt (wir haben über ihn berichtet). Während die Anzeigen nach dem Suchtmittelgesetz mehr oder weniger auf gleichem Niveau geblieben sind und Cannabis in Österreich nach wie vor Droge Nummer eins ist, sticht vor allem der Aufschwung „harter“ Drogen, allen voran Kokain, hervor.

Kokain ist deutlich billiger und reiner geworden
Demnach wurden in der Steiermark im Vorjahr elf Kilo Koks sichergestellt, im Vorjahresvergleich ein Plus von fast 240 Prozent (siehe Grafik unterhalb). Nun können hier zwar große Einzelfunde mitspielen und die Zahlen nach oben schnellen lassen, dennoch ist im Bericht davon zu lesen, dass in der Steiermark insbesondere Kokain mittlerweile in allen Gesellschaftsschichten verbreitet ist und Konsumenten auch immer jünger werden.

(Bild: Krone KREATIV)

Die einstige Schickeria-Droge ist heute schon wesentlich günstiger zu haben, während zugleich aber der Reinheitsgehalt deutlich höher und der Stoff somit viel stärker ist. Der zunehmende Kokainkonsum, insbesondere auch bei Jugendlichen, sei als „gesamtgesellschaftlich relevantes Problem“ zu bewerten, ist im Steiermark-Teil des Drogenberichts zu lesen.

Auch bei Heroin, dem man eigentlich seit Jahren einen Rückgang vorhersagt, gab es in der Grünen Mark wieder mehr Sicherstellungen. Eine gute Nachricht ist hingegen, dass hierzulande weiterhin kein Fentanyl, das alleine in den USA jährlich Zehntausende Todesopfer fordert, gefunden wurde.

Slowenien als Drogen-Drehscheibe
Wie kommt nun das ganze „Gift“ in die Steiermark? Die großen Fische dahinter sind laut Drogenbericht vorwiegend gut organisierte Tätergruppen am Westbalkan. Zudem gewinnt Slowenien immer mehr an Bedeutung, quasi als Schnittstelle zwischen Balkan-Mafia und Abnahmeländern in Westeuropa. Die Kommunikation findet fast ausschließlich über Messenger-Dienste und soziale Medien statt.

Besonders in Graz kam es im vergangenen Jahr laut Bericht vermehrt zu roher Gewalt zwischen rivalisierenden Drogenbanden. Vor allem syrische und afghanische Täter seien bei Suchtgiftübergaben immer wieder bewaffnet und gewaltbereit aufgetreten.

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