Hitze-Protest um Baumriesen in Niederösterreichs Landeshauptstadt St. Pölten: „Wir kämpfen bis zur letzten Wurzelspitze“
Mitten in der Gluthitze zogen am Donnerstag empörte Umweltschützer vor das St. Pöltner Rathaus. Angeführt von der parteiunabhängigen Gemeinderätin Susanne Binder-Novak übergaben sie eine Petition gegen die geplante Fällung von 26 kerngesunden Alleebäumen in der Heidenheimerstraße. Für die Aktivisten ist klar: In Zeiten der Klimakrise dürfen jahrzehntealte Schattenspender nicht der Motorsäge zum Opfer fallen.
1500 Stimmen für die Baumriesen
Mehr als 1500 Bürger unterstützen inzwischen den Erhalt der rund 90 Jahre alten Bäume. „Während sich die Innenstadt auf über 40 Grad aufheizt, werden ausgerechnet unsere letzten Grünoasen geopfert. Wir werden bis zur letzten Wurzelspitze kämpfen“, macht Binder-Novak unmissverständlich klar. Rückenwind erhält die Initiative durch das Gutachten eines unabhängigen Baumsachverständigen, der den Erhalt der Bäume befürwortet.
Alte Bäume sind unersetzlich
Jeder Altbaum sei ein natürlicher Klimaschützer, betonen die Demonstranten. Er spendet Schatten, kühlt die aufgeheizte Stadt, bindet Kohlendioxid und verbessert die Luftqualität. Ein neu gepflanzter Baum brauche Jahrzehnte, um dieselbe ökologische Wirkung zu entfalten.
Appell an die Stadtregierung
Die Aktivisten werfen der Stadtregierung vor, mit der geplanten Fällung ihren eigenen Anspruch als Umwelt- und Klimapionierstadt zu untergraben. Ihr Appell ist eindeutig: Die Motorsägen stoppen und gemeinsam mit den Bürgern nach einer Lösung suchen, die Natur- und Klimaschutz wirklich ernst nimmt. Für die Gegner der Rodung ist die Heidenheimerstraße längst zum Symbol geworden – für die Frage, wie viel Platz alte Bäume in den Städten der Zukunft noch haben.
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