Wirt züchtet Strauße

Beim Schlüpfen hilft auch der Schraubenzieher mit

Oberösterreich
10.07.2026 14:30

Auf der Straußenfarm in der Welser Heide erreicht die Brutsaison gerade den Höhepunkt. Die „Krone“ war bei Züchter Michael Eschlböck-Bauer zu Gast und verfolgte das Schlüpfen der schnellsten Vögel der Welt mit.   

Strauße sind seltsame Wesen: Sie sind zwar die schnellsten Vögel der Welt, können aber nicht fliegen. Wenn sie glücklich sind, führen sie einen Freudentanz auf, indem sie sich ganz schnell um ihre eigene Achse drehen. Wenn es lange regnet, legen sie keine Eier. „Das hat mich im Mai und Juni ganz schön ins Schwitzen gebracht, als es lange Zeit durchgeregnet hat“, schmunzelt Michael Eschlböck-Bauer.

Im Vorbrüter liegen die Eier 38 Tage, danach vier weitere Tage im Schlupfbrüter. Beim Schlüpfen ...
Im Vorbrüter liegen die Eier 38 Tage, danach vier weitere Tage im Schlupfbrüter. Beim Schlüpfen kommt auch ein Schraubenzieher als Hilfsmittel zum Einsatz.(Bild: Markus Wenzel)

Der 31-Jährige ist Chef des Gasthofs Reihofer in der Welser Heide und seit 2018 Straußenzüchter. Von April bis Juli herrscht während der Brutzeit auf der Farm Hochbetrieb. „Wenn ich 40 Eier mit einem Gewicht von 1,2 bis zwei Kilogramm gesammelt habe, lege ich sie für 38 Tage in den Vorbrüter. Dieser hat eine konstante Temperatur von 38 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von 20 Prozent“, erzählt Eschlböck-Bauer der „Krone“.

Vier Tage im Schlupfbrüter
Die letzten vier Tage vor dem Schlüpfen verbringen die Küken in einem Brüter mit 38 Grad und 80 Prozent Luftfeuchte. „Da müssen die Eier alle drei Stunden gedreht werden. Wenn die Eischale schon sehr dünn wird, helfe ich mit“, lächelt der 32-Jährige und zeigt es vor. Mit einem Schraubenzieher klopft er das Ei auf, kurz darauf blickt das Küken auch schon frech aus der aufgebrochenen Schale hervor. Behutsam hilft ihm Eschlböck-Bauer heraus und legt es wieder in den Schlupfbrüter. „Hier bleiben die Küken noch zwei Tage zum Trocknen. Dann geht es für drei Monate in den beheizten und mit Teppich ausgelegten Kükenstall“, erklärt der Züchter. Dort herrscht stets reges Treiben. Als ihr „Papa“ den Jungvögeln das Tor zum Garten öffnet, dauert es nicht lange bis zum ersten Freudentanz.

Insgesamt leben auf der 40.000 Quadratmeter großen Farm rund 140 Strauße. Etwa die Hälfte wird jedes Jahr geschlachtet. „80 Prozent werden für die Gastronomie verwendet, der Rest ab Hof verkauft. Vom Strauß wird alles verwertet, sogar die Federn. Die können als Deko-Material oder für Spielzeug im Kindergarten verwendet werden“, erzählt Eschlböck-Bauer.

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