In einer Ausstellung

In Graz blüht nun ein historischer Garten neu auf

Steiermark
07.07.2026 09:00

Die Steiermärkische Landesbibliothek steht heute dort, wo einst der Joanneumsgarten war. Wie ist er entstanden und warum wieder verschwunden? Eine neue Ausstellung gibt Einblicke.

Die Stadt muss grüner werden! Mit Blick auf den Klimawandel hört man diesen Ruf in Graz derzeit immer öfter. Was dabei oft vergessen wird: Die Stadt war schon einmal grün! In der Steiermärkischen Landesbibliothek erinnert man mit der Ausstellung „Der Garten“ an diese Zeit und lässt eine historische Gartenanlage wieder aufblühen – den Joanneumsgarten.

„Bei der Gründung des Joanneums im Jahr 1811 hatte Erzherzog Johann von Anfang an auch einen botanischen Garten mitgeplant“, erzählen die Kuratoren Monika Primas und Markus Kostajnsek. Dafür wurde damals von den Landständen der Lesliehof mit seinem Barockgarten erworben und bis ins Jahr 1841 auf bis zu fünf Hektar erweitert. Renommierte Botaniker kamen nach Graz, bauten hier auch exotische Pflanzen an und studierten sie. Und auch bei der Bevölkerung war diese „grüne Lunge“ sehr beliebt.

Abbildung der Aloe americana im „Hortus Eystettensis“, (1613), dem Pflanzenbuch eines Nürnberger ...
Abbildung der Aloe americana im „Hortus Eystettensis“, (1613), dem Pflanzenbuch eines Nürnberger Apothekers.(Bild: Land Steiermark/Resch)

Heute undenkbar, beschloss der Landtag 1881 aber die schrittweise Auflösung des Gartens. „Einerseits gab es dafür budgetäre Gründe, aber wegen des Wachstums der Stadt wurden die Flächen auch für Bebauung benötigt“, erzählen die Kuratoren. Unter anderem entstanden auf dem Areal das Amtshaus und die Landesbibliothek und auch die Kalchberggasse und Kaiserfeldgasse wurden angelegt. Im Jahr 1904 fielen die letzten Bäume des einstigen Joanneumsgartens.

In der Ausstellung in der Landesbibliothek darf dieser historische Garten nun noch einmal aufblühen. Zahlreiche alte Ansichten der Anlage werden gezeigt. Dazu auch noch botanische Fachliteratur, die bis zu 400 Jahre alt und besonders schön gestaltet ist – zum Beispiel der „Hortus Eystettensis“ von 1613, in dem sich eine der ersten Abbildungen einer Agave findet.

Die sehenswerte Schau läuft bis 30. April 2027 bei freiem Eintritt in der Steiermärkischen Landesbibliothek.

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