Sonst küren wir nur selten Politiker zum „Wiener der Woche“. Markus Reiter ist diesmal die verdiente Ausnahme – aus wirklich gutem Grund.
Diesmal ist der „Wiener der Woche“ einer aus der Politik: Markus Reiter, Grüner Bezirksvorsteher von Neubau. Amtsträger landen bei uns sonst eher in der „Kasperl der Woche“ – diesmal hat sich einer den umgekehrten Titel jedoch redlich verdient. Wegen eines Wochenendes, in der er handelte, während halb Wien nur wartete.
Am heißesten Wochenende in der Geschichte Wiens blieben 29 von 33 Coolen Zonen versperrt. Klimatisierte Rückzugsorte, eigentlich genau für solche Tage gedacht. In Neubau aber sperrte die Coole Zone auf. Ehrenamtliche betreuten die Besucher, organisiert von Reiter selbst.
Angerufen, statt bloß abgewartet und gehofft
Der Bezirksvorsteher hatte schon Tage vor der Hitzewelle bei seinem Team nachgefragt, ob eine Wochenendöffnung budgetär drinnen sei. Die Antwort: „Das geht sich aus, weil wir das Budget haben.“ Kein Erlass, keine Weisung von oben, kein Krisengipfel – nur ein Anruf und der Wille, wirklich etwas zu tun.
„Weiß, wie die Menschen sich fühlen“
Dabei sitzt Reiter selbst keineswegs im Kühlen: „Ich hab leider keine Klimaanlage bei mir im Büro. Ich kann also tatsächlich nachfühlen, wie es den Leuten geht“, sagt er trocken. Kritik an der Stadt übt er dennoch in der Sache, nicht auf Kosten der Kollegen: Wenn Wien den Bezirken Aufgaben zuschiebe, solle sie das „gescheit“ tun – mit einer Einladung zum gemeinsamen Weg, nicht mit bloßem Achselzucken.
Heißt: Während andere auf Zuständigkeiten pochten und auf die Stadt zeigten, öffnete Reiter einfach die Tür. Kein großer Auftritt, keine Pressekonferenz – nur ein Bezirkschef, der machte, statt zu reden. Genau dafür ist er diese Woche unser Wiener der Woche.
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