Ö-Profi springt ein

Fix! „Captain Colin“ fehlt bei der Tour of Austria

Sport-Mix
05.07.2026 11:55

Am Mittwoch startet die „Tour of Austria“ mit einer 188 Kilometer langen Etappe von Graz nach Gamlitz. Beim „Team Vorarlberg“ hatte man bis zuletzt darum gekämpft, dass Kapitän Collin Stüssi, der zuletzt an einem grippalen Virus laborierte, noch fit wird – vergeblich. Chancenlos ist die Ländle-Equipe aber dennoch nicht, hat bereits alle Rollen neu verteilt.

„Natürlich ist es schon schade, dass Colin nicht rechtzeitig fit geworden ist“, macht Paul Renger, Sportdirektor des „Team Vorarlberg“, keinen Hehl daraus, dass der Ausfall des 33-jährigen Schweizers weh tut. „Besonders weil man im Höhentrainingslager zuletzt in Ostttirol schon gesehen hat, wie gut er in Form war, wie er sich entwickelt hat.“ Dort soll der Glarner Leistungswerte getreten haben, die er davor noch nicht erreicht hatte.

Colin Stüssi (r.) hat bis zuletzt um seinen Start gekämpft – vergeblich.
Colin Stüssi (r.) hat bis zuletzt um seinen Start gekämpft – vergeblich.(Bild: MARIO STIEHL)

Glücklicherweise ein Einzelfall
Wo sich Stüssi den Virus eingefangen hat, der ihn nun, trotz aller Bemühungen des medizinischen Personals, aus der Bahn warf, ist unklar. „Im Trainingslager und am Reisetag war er noch fit. Ich gehe aber davon aus, dass entweder eine Klimaanlage zu stark aufgedreht war, oder er irgendwo einen Zug bekommen hat“, sagt Renger. „Sonst hat nämlich bei uns im Team keiner ein Problem gehabt.“

Keine Geschenke zu erwarten
Trotz des Ausfalls gehen Renger und Manager Thomas Kofler positiv ins wichtigste Saisonrennen, das am Mittwoch mit der ersten Etappe über 188 Kilometer von Graz nach Gamlitz in der Steiermark startet. „Wir hoffen, die Form aus den letzten Wochen im Höhentrainingslager in Osttirol noch etwas geschärft zu haben“, sagt Kofler. „Dann ist einiges möglich, jedoch im Wissen dessen, dass 36 World Tour Fahrer am Start sind. Diese werden keine Geschenke verteilen.“

„Team Vorarlberg“-Manager und Mastermind Thomas Kofler.
„Team Vorarlberg“-Manager und Mastermind Thomas Kofler.(Bild: GEPA pictures)

Steirischer Hoffnungsträger
Stüssis Rolle, der im „Team Vorarlberg“ aufs Gesamtklassement gefahren wäre, soll nun der Steirer Philipp Hofbauer übernehmen. Der 23-Jährige, der seine erste Saison für die Ländle-Equipe fährt, war bereits im Vorjahr im WSA KTM Graz-Trikot starker 15. in der Endabrechnung geworden. „Hofi wäre als Edelhelfer für Colin vorgesehen gewesen und hätte es auch auf das Trikot des besten Österreichers abgesehen gehabt“, sagt Renger. „Jetzt schenken wir ihm eben das Vertrauen, dass er auf die Gesamtwertung fährt.“

Nolde kommt für Stüssi
Als Ersatz für Stüssi kommt der Deutsche Tobias Nolde ins Team, der heuer bereits das Kirschblütenrennen und das Saisoneröffnungsrennen der Road Cycling League Austria für sich entscheiden konnte. „Tobi hat zuletzt auch gezeigt, dass er, wenn es bergiger wird, relativ gut durchfahren kann. Er ist jemand, den man auch mehr in Fluchtgruppen schicken kann“, erklärt Renger.

Kilian Feurstein jubelte heuer bereits über einen Etappensieg bei der OÖ-Rundfahrt.
Kilian Feurstein jubelte heuer bereits über einen Etappensieg bei der OÖ-Rundfahrt.(Bild: Team Vorarlberg)

Ein Lokalmatador auch mit dabei
Somit besteht das sechsköpfige „Team Vorarlberg“-Aufgebot für die Tour of Austria neben Hofbauer und Nolde aus dem Dornbirner Kilian Feurstein, dem Tiroler Emanuel Zangerle, dem Deutschen Dominik Röber und Giacomo Ballabio. Der hatte zuletzt mit Rang neun bei den italienischen Straßenmeisterschaften ein Ausrufenzeichen gesetzt und zahlreiche World Tour-Profis hinter sich gelassen.

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