Vor einem Jahr wurde die Weizerhütte auf der Sommeralm in der Steiermark neu eröffnet – und das mit ganz besonderen Wirten: Die Zwillinge Christoph und Alexander Pöllaberger sind erst 23 Jahre alt – und zählen damit zu den jüngsten Almwirten Österreichs. Was hat sie zu diesem Schritt bewogen? Die „Krone“ hat nachgefragt.
Christoph und Alexander Pöllaberger sind Zwillinge – und seit einem Jahr auch gemeinsame Wirte der Weizerhütte. Mit erst 23 Jahren zählen die Brüder zu den jüngsten Almwirten Österreichs. „Es war für uns immer das Ziel, irgendwann gemeinsam selbstständig zu sein“, erzählen die beiden. „Wir haben nicht damit gerechnet, dass es so schnell geht.“
Als Kinder waren sie bereits Stammgäste in der 1927 errichten Weizerhütte auf der Sommeralm. Der oststeirische Unternehmer Hagen Temmel hat das altwürdige Almhaus um sechs Millionen zum modernen Bergrefugium ausgebaut und mit der letztjährigen Eröffnung die Zwillinge als Hüttenwirte engagiert. „Wir sind wie Yin und Yang. Christoph ist der Koch, ich bin der Kellner. Wir sind unterschiedlich, aber unzertrennlich.“
Bei der Lehre: „Mit Mäusen ein Zimmer geteilt“
Schon ihre Ausbildung absolvierten die Brüder aus Gasen gemeinsam. Selbst im Wissen, dass Lehrjahre keine Herrenjahre sind, bleiben unrühmliche Erinnerungen an den Gastrobetrieb in der Hochsteiermark. „Wir haben uns mit den Mäusen unser Zimmer geteilt. Die Chefin gab die trockene Frühstückssemmel lieber den Schweinen als uns.“
Nach der Lehre ging das Brüderpaar in die Schweiz und erlebten in St. Moritz und Lenzerheide jenen Anstand, wie mit dem fleißigen Gastronachwuchs umzugehen ist. „Die Chefin hat uns schon in den ersten Tagen 1000 Franken zugesteckt, ein eigener Koch hat das Personal bekocht.“ In Thailand und Rio de Janeiro polierten sie ihre Gastro-Erfahrungen, bevor es sie wieder zurück in die Heimat zog. „Die Eindrücke aus der Welt haben uns geprägt, aber wieder hierherzukommen, hat uns geerdet.“
Der Alltag auf einer Almhütte ist alles andere als einfach. „Im Sommer ist das schlechte Wetter die größte Herausforderung, im Winter der Schnee und die Verwehungen. Gleichzeitig muss alles gepflegt sein und die Gäste sollen sich wohlfühlen“, erzählen die Hüttenwirte.
Das Alter spielt eigentlich keine Rolle. Entscheidend ist die Erfahrung.
Christoph und Alexander Pöllaberger
Dass die beiden mit ihrem jungen Alter die Almgaststätte mit 12 Zimmern führen, sorgt immer wieder für überraschte Gesichter. „Wenn unser Vater in der Gaststätte ist, fragen viele zuerst: Ist er der Wirt?“, lachen die Brüder. „Aber das Alter spielt eigentlich keine Rolle. Entscheidend ist die Erfahrung.“ In diesem Fall auch der Umgang mit dem eigenen Personal. „Für uns zählen zuallererst die Mitarbeiter, ein Miteinander auf Augenhöhe.“
Arbeiten in der schönsten Naturlandschaft
Das Schönste an ihrem Beruf? Für die Zwillinge gibt es darauf eine klare Antwort: „Wir dürfen jeden Tag in einer der schönsten Naturlandschaften arbeiten.“ Und noch etwas schätzen sie besonders: „Ob mit den Nachbarn, den Gästen oder den Mitarbeitern – auf der Alm ist vieles unkomplizierter. Es ist irgendwie eine heile Welt.“ Und das zeigt sich auch an den vielen Nachfragen. Die Weizer-Hütte wird regelmäßig für private Feierlichkeiten gebucht.
An diesem Wochenende etwa ist es der ORF-Sportmoderator Lukas Schweighofer, der unweit seines Heimatortes Anger seinen 40er in der Hütte feiert. „Ich habe hier das Schifahren gelernt, Iglus gebaut im Sommer war ich hier auf Jungscharlager.“ Für die Privatfeier lässt der Sportmoderator sogar die Fußballweltmeisterschaft sausen. „Die WM gibt es immer wieder, aber diese Feier in der Weizer-Hütte nur einmal im Leben“.
Auch Hochzeitsfeiern stehen im Almidyll hoch im Kurs. „An jedem Wochenende könnten wir die Hütte für eine Hochzeitsfeier reservieren, frohlockt Christoph, der für das kommenden Jahr seinen Hochzeitstermin bereits fixiert hat. Am 27. 2. 2027 wird geheiratet und „natürlich in der Weizerhütte, weil es keine Alternative gibt, die so viel Harmonie und Gemütlichkeit ausstrahlt. Bruder Alexander hakt ein: „Wenn jemand fragt, wie normales Leben aussieht, dann sage ich: Komm zu uns auf die Alm.“
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