Nach Brand

Aus für Flüchtlingsheim regt auf – weitere wackeln

Tirol
30.06.2026 10:06

Nach einem kleinen Brand wurde in der Vorwoche die Betreuungseinrichtung für Flüchtlinge in Kleinvolderberg in Tirol geräumt. Dann die Hiobsbotschaft für die rund 50 Bewohner: das Heim wird aufgelassen. Ein Verein kämpft für den Erhalt. Doch das Land hat ganz andere Pläne.  

Es war ein Schock für Bewohner und für den Integrationsverein „Freundeskreis Flüchtlingsheim Kleinvolderberg“. In der vergangenen Woche wurde nach einem Brand die seit Jahren bestehende Flüchtlingsunterkunft geräumt. Die Tiroler Sozialen Dienste (TSD) haben gleichzeitig beschlossen, das Heim mit zuletzt rund 50 Bewohnern sofort zu schließen. „Wir haben diesen Vorfall zum Anlass genommen, doch die Überlegung gibt es bereits länger“, argumentiert Florian Stolz, Geschäftsführer der TSD, gegenüber der „Krone“.

Die Schäden nach dem kleinen Brand sind vergleichsweise geringt. Die TSD nehmen das jedoch zum ...
Die Schäden nach dem kleinen Brand sind vergleichsweise geringt. Die TSD nehmen das jedoch zum Anlass, das Heim zu schließen.(Bild: Johanna Birbaumer)

Die Tiroler Landesgesellschaft für Flüchtlingsbetreuung muss sparen und Kapazitäten reduzieren. Stolz: „Derzeit haben wir rund 300 freie Betten, die wir nach derzeitigen Prognosen nicht so bald brauchen. Daher müssen wir reduzieren, um die Kosten zu senken.“ Vier bis fünf Einrichtungen in ganz Tirol sollen deshalb geschlossen werden. „Vor allem Heime, die nicht mehr zeitgemäß ausgestattet sind und bei denen der Mietvertrag einen raschen Ausstieg zulässt“, nennt Stolz die Kriterien für die Auflösung. Das Aus für Kleinvolderberg sei beschlossene Sache, meint der TSD-Geschäftsführer. 

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Derzeit haben wir rund 300 freie Betten, die wir nach derzeitigen Prognosen nicht so bald brauchen. Daher müssen wir reduzieren, um Kosten zu sparen.

Florian Stolz, GF TSD

„Menschen waren gut integriert“
Es bestehe ein gültiger Mietvertrag und das Feuer habe keine strukturellen Schäden verursacht, wird vom Freundeskreis argumentiert. Die betroffenen Familien seien in der Nachbarschaft gut eingebunden gewesen, Kinder haben lokale Schulen und Vereine besucht. „Es ist herzlos, Menschen, die vor Krieg und Verfolgung geflüchtet sind, aus ihrem sozialen Umfeld zu vertreiben“, heißt es. Zuletzt hatte es im Heim mehrmals Fehlalarme gegeben. Der Verein fordert ein Gespräch mit den Verantwortlichen, um Fehlalarme zu vermeiden und das Heim wieder zu öffnen.

Stolz dazu: „Wir werden die meisten der Bewohner in Innsbruck unterbringen können. So ist der Ortswechsel nicht so groß. Ich verstehe, dass Veränderungen nicht einfach sind. Aber es lässt sich leider nicht vermeiden.“

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