Während im Flusstal zu Recht die Renaturierung der Pielach gefeiert wird, wird in Weinburg um Uraltbäume „getrauert“. Angeblich wegen eines Borkenkäfer-Befalls.
„Der ehemals schönste und wohl auch stillste Waldfriedhof des Bezirks ist nun seiner Mitsommernachts-Romantik beraubt worden“, meldete sich ein entsetzter Anrainer bei der „Krone“. Was aber war passiert, das den ewigen Ökofrieden zerstört hat: Angeblich – wegen Borkenkäferbefall – wurden rund ein Dutzend uralte, aber gesunde, Bäume gefällt, die bei Begräbniszeremonien über Generationen hinweg durchaus auch Schatten gespendet hatten.
Vorwurf gegen den Ortschef Michael Strasser: „Obwohl das Bistum wohl für die Friedhofspflege verantwortlich ist, wird der Bürgermeister den Baumschnitt abgesegnet haben“. Die „Krone“ fragte beim Bürgermeister nach. Doch dieser verweigerte jede Auskunft und wird das Geheimnis um den möglichen Befall und die Gefahr für Friedhofsbesucher wohl ins Grab mitnehmen.
Begräbnisse nun in praller Sonne
Bereits vor wenigen Tagen sei am besagten Friedhof ein Begräbnis in der prallen Sommerhitze abgehalten worden: „Da haben viele den natürlichen Baumschatten vermisst“. Denn auch die uralten Koniferen-Sträucher, die zwischen den Gräbern hervorrankten wurden Opfer des „Baumtodes“. Ein richtiger Waldfriedhof wird wohl nie wieder aus der Grabstätte werden, denn neue Verwurzelungen seien gefährlich für die ewig ruhenden Gräber. „Es ist schade“, so der Tenor vor allem von älteren Weinburgern, die am Friedhof friedlich ihren Angehörigen gedenken. Weiter unten im Tal hätte sich der Ortschef ja eigentlich mit der Renaturierung der Pielach ein großes Lob verdient.
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