„31 Grad in der Klasse schon in der Früh: Wir halten das nicht mehr aus!“, sagen die Tiroler Schülerinnen Leonie, Lena und Nina stellvertretend für viele. Sie starten eine Petition im Landtag. Unterstützung bekommen sie von den Grünen.
Erste Schulen streichen schon die Segel aufgrund unaushaltbarer Bedingungen. So zum Beispiel am Bischöflichen Gymnasium Paulinum in Schwaz: „Aufgrund der großen Hitze haben wir uns entschieden, den Nachmittagsunterricht entfallen zu lassen“, heißt es in einem Schreiben an die Eltern und Obsorgeberechtigten, datiert mit Mittwoch. Die Mittelschule Zirl geht ebenfalls diesen Weg.
„Wir haben schon in der Früh 31 Grad in unserer Klasse. Für uns und für viele ist es in den Klassen nicht mehr auszuhalten“, berichten Leonie, Lena und Nina stellvertretend für viele Tiroler Schülerinnen und Schüler. „Wir haben uns bereits bei vielen Stellen im Land informiert und haben nur die Rückmeldung bekommen, dass wir eine Petition starten oder das Fenster in der Früh aufmachen sollen. Wir wissen allerdings, dass das nicht wirklich viel bringt.“
Es gibt derzeit keine landesweit einheitlichen Vorgaben, wie Schulen bei extremer Hitze vorgehen sollen. Lernen bei mehr als 27 Grad kaum mehr möglich.
Grün-LA Zeliha Arslan
Die Schülerinnen schlagen vor, eine Regelung einzuführen: „Wenn die Temperatur in der Klasse über 30 Grad liegt, sollte hitzefrei oder ein früherer Schulschluss von spätestens 13.35 Uhr eingeführt werden“, schreiben die Schülerinnen in ihrer Petition.
Die Tiroler Grünen greifen diesen Vorschlag auf: „Zunächst bringen wir einen Dringlichen Antrag im Landtag für verbindliche Hitzeschutz-Standards für Tiroler Schulen ein“, berichtet Grün-LA Zeliha Arslan. Ab 27 Grad Innenraumtemperatur solle es verpflichtende Hitzeschutzmaßnahmen geben, ab 30 Grad Unterrichtsverkürzung, Verlegung in kühlere Räume oder alternative Unterrichtsformen, ab 35 Grad Innentemperatur sei Unterricht in den betroffenen Räumen „unzulässig“, folglich seien „Ersatzmaßnahmen“ zu treffen oder hitzefrei zu geben. Weiters werde man einen Antrag einbringen für „Klimafitte Schulen 2025“. Denn die Zahl der Hitzetage sei seit den 1990er-Jahren massiv angestiegen.
Bildungsdirektion sieht Schulen und Pädagogen in Verantwortung
Wegen der aktuellen Hitzewelle stellt die Bildungsdirektion den Tiroler Schulen eine Unterlage zur Verfügung, die die Möglichkeiten im Umgang mit der herausfordernden Situation aufzeigt. Empfohlen wird, „dass Schulen mit Augenmaß, pädagogischer Verantwortung und organisatorischer Flexibilität“ handeln. Prinzipiell seien die Schulen durch ihre baulichen, architektonischen und örtlichen Rahmenbedingungen unterschiedlich stark betroffen.
Als konkrete Maßnahmen werden flexible Gestaltung des Unterrichts, frühes Lüften und Beschatten der Klassenräume oder Verlagerung des Unterrichts in kühlere Räume oder ins Freie empfohlen. Weiters sollten bewusst Trinkpausen eingelegt und körperliche Anstrengung vermieden werden. Besonderer Fokus solle auf Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen liegen.
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