Vom Aus bedroht

Förderstopp für Jugendzentrum „aha“ in Bludenz

Vorarlberg
24.06.2026 10:55
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Trotz einer Erfolgsbilanz von über 46.500 beantworteten Anfragen streichen ÖVP und FPÖ die Mittel für den Bludenzer „aha“-Standort. Durch die Einsparung von 45.000 Euro fallen auch wichtige Angebote für Mädchen und junge Frauen weg. Die SPÖ fordert per Landtagsanfrage die Rettung des Zentrums durch das Land.

Für SPÖ-Klubobmann Mario Leiter trägt die Entscheidung unverkennbar die Handschrift der Regierungsmitglieder auf Landesebene, die eine rigorose Kürzungspolitik betreiben. „Diese Politik zieht nun offenbar auch in die Gemeindestuben ein. Wie schon bei vielen anderen Kürzungen sind die Leidtragenden einmal mehr Kinder und Jugendliche“, ärgert sich Leiter. In einer Anfrage an Landesstatthalter Christof Bitschi wollen er und seine Mitstreiter wissen, warum das Land zulässt, dass im Süden Vorarlbergs bei der Jugendarbeit so sehr gespart wird, dass dieser das Aus droht. 

Jugendliche benötigen Ansprechpersonen vor Ort
Vor dem Hintergrund, dass der aha-Standort Bludenz erst Ende vergangenen Jahres sein 20-jähriges Bestehen gefeiert hat, sei die Entscheidung, nun die Förderung einzustellen und damit das Aus der Beratungsstelle zu besiegeln, besonders unverständlich. „Seit zwei Jahrzehnten wird hier wertvolle Arbeit für junge Menschen in der Region geleistet. Die Bilanz zeigt zudem deutlich, wie groß der Bedarf an diesen Angeboten ist“, argumentiert Leiter.

Seit der Eröffnung des aha-Standorts Bludenz wurden über 46.500 Anfragen individuell beantwortet. Überdies nahmen mehr als 4000 Jugendliche am Format „Bludenz inside“ teil, bei dem sie über wichtige Service- und Anlaufstellen in der Stadt informiert werden. Auch die vom aha seit fünf Jahren angebotenen Workshops zu Informations- und Medienkompetenz wurden bisher von rund 2500 Teilnehmenden besucht. „Diese Zahlen sprechen eine klare Sprache. Über die Jahre hinweg ist die Nachfrage konstant hoch geblieben. Das zeigt, dass Jugendliche, wenn es um Fragen zur Ausbildung, Beruf oder persönliche Anliegen geht, Ansprechpersonen direkt vor Ort brauchen.“

Auch Beratungsangebote für Mädchen betroffen
Problematisch sei zudem, dass vom Wegfall des aha-Standorts auch die Beratungsangebote von „femail“ und „amazoneBERATUNG“ betroffen sind. „Wenn die Stadt Bludenz sich hiermit 45.000 Euro einsparen will, gefährdet sie nicht nur eine wichtige wohnortnahe Anlaufstelle für junge Menschen im gesamten Bezirk, sondern nimmt auch bewusst den Verlust von Beratungsangeboten für Mädchen und junge Frauen in Kauf. Das ist kurzsichtig und gesellschaftspolitisch verantwortungslos“, meint der Vorarlberger SPÖ-Chef.

Strukturen erhalten, nicht zerschlagen
In der Landtagsanfrage an Landesstatthalter und Jugendlandesrat Christof Bitschi will Leiter wissen, welche Schritte das Land zum Erhalt des Standorts gesetzt hat und ob die Landesregierung bereit ist, das Jugendinformationszentrum in Bludenz finanziell abzusichern. „Wenn Schwarz-Blau immer davon reden, Vorarlberg zum chancenreichsten Land für Kinder und Jugendliche machen zu wollen, dann müssen sie auch dafür sorgen, dass bewährte Strukturen erhalten bleiben und gestärkt werden und nicht wahllos zerschlagen!“

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