In Wels sind am Kamerlweg derzeit 122 Flüchtlinge untergebracht. Sie müssen aber bald umziehen. Der neue Eigentümer der Liegenschaft plant die Modernisierung aller 52 Unterkünfte. Es sollen neue Mietwohnnungen entstehen. Politisch sorgt die Schließung des Heims für reichlich Diskussionsstoff.
Für die vor wenigen Wochen angekündigte Schließung des Asylheims am Kamerlweg in Wels liegen nun konkrete Nachnutzungspläne vor. Laut FP-Stadtvize Gerhard Kroiß werden alle 52 Unterkünfte durch den neuen Eigentümer der Liegenschaft modernisiert. „Die renovierten Mietwohnungen werden eine wichtige Ergänzung für günstigen Wohnraum darstellen“, ist Kroiß erleichtert. Das Aus für die Asylunterkunft begrüßt er ausdrücklich: „Der Integrations- und Sprachförderbedarf in der Stadt ist aufgrund der Zuwanderung groß.“
VP kritisiert FP
VP-Stadtrat Martin Oberndorfer wirft den Freiheitlichen vor, sich mit fremden Federn zu schmücken: „Weder der Bürgermeister noch Integrationsreferent Kroiß haben diese Schließung veranlasst oder einen Beitrag dazu geleistet. Die FPÖ will hier krampfhaft eine positive Entwicklung des Landes als eigenen Erfolg verkaufen. In Wirklichkeit ist die Stadtpolitik hier aber nur Zaungast.“ Er verweist auf die generell sinkenden Zahlen der Asylwerber. „Deshalb wurden in Oberösterreich schon sechs Standorte geschlossen.“
Das "Haus Courage" als Asylheim zu bezeichnen stimmt so nicht, da die meisten Bewohner aus der Ukraine sind und den Kriegsvertriebenen-Status haben.
Thomas Rammerstorfer, Grünen-Stadtrat
Grünen-Stadtrat Thomas Rammerstorfer ortet bei der Schließung in Wels eine fragwürdige Kooperation von Blau-Schwarz: „Das Gebäude wurde an die Immobilienfirma von David Zulj verkauft. Dieser war selbst bei der FPÖ aktiv. 2014 erlangte er auch Bekanntheit als Oberösterreich-Obmann einer ,Christlich-freiheitlichen Plattform’. Präsident dieser Gruppe war der bekennende Putin-Fan Konstatin Dobrilovic. Zulj selbst wechselte später zur ÖVP, für die er 2021 für den Gemeinderat kandidierte.“
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