Laut Berichten:
Jüdische Siedler bedrohen zunehmend auch Christen
Im Schatten des Gazakrieges nimmt auch die Gewalt im Westjordanland zu. Mindestens 1000 Palästinenserinnen und Palästinenser wurden von israelischen Streitkräften oder Siedlerinnen und Siedlern getötet, darunter auch Kämpferinnen und Kämpfer. Im selben Zeitraum kamen nach Behördenangaben mindestens 44 Israelis ums Leben. Ins Visier radikaler jüdischer Siedler geraten aber zunehmend auch dort lebende Christen.
Aktuell wird über zwei gewalttätige Übergriffe berichtet. In Ain Arik, rund sechs Kilometer westlich von Ramallah, wurde laut Kathpress ein Christ angegriffen und von seinem Land vertrieben. Der Vorfall ereignete sich am vergangenen Dienstag und wurde von einer Überwachungskamera aufgezeichnet, teilte der lateinische Pfarrer des Ortes, Firas Abedrabbo, mit.
Bei den Tätern handelt es sich demnach um eine Gruppe von jungen israelischen Siedlern im Alter von etwa 17 bis 23 Jahren, die „von Hass, Groll und extremistischer Ideologie durchdrungen“ zu sein scheinen, so Abedrabbo. Zuvor war laut dem Pfarrer am vergangenen Samstag eine christlich-palästinensische Familie in Birzeit, nördlich von Ramallah, angegriffen worden. Dabei seien mehrere Familienmitglieder verletzt worden. Die Mutter habe eine schwere Kopfverletzung erlitten.
Ein Familienmitglied sei von der israelischen Armee festgenommen worden, während zwei weitere entführt, schwer geschlagen und später am Ortseingang ausgesetzt worden seien. Eine Stellungnahme der israelischen Armee zu beiden Vorfällen gibt es bisher nicht.
„Gefährliche Verschlechterung der Lage“
Die beiden Vorfälle spiegelten „die rasante und gefährliche Verschlechterung der Lage im Westjordanland wider“, so der katholische Geistliche. Für Ain Arik sei es „der erste physische Angriff dieser Art gegen Menschen innerhalb der Grenzen unserer Gemeinde“. Die Präsenz israelischer Siedler in dem muslimisch-christlichen Dorf habe zuletzt stark zugenommen. Unter anderem begannen Siedler demnach, eine Straße über das Land des Dorfes zu bauen, um eine bestehende Siedlung mit einem neuen Siedlungsaußenposten zu verbinden.

Christen fordern mehr Hilfe gegen Siedlergewalt
Abedrabbo sieht in den Vorfällen ein „beunruhigendes Muster, das die Sicherheit der Menschen, ihre Würde sowie ihr Grundrecht, auf ihrem Land und in Sicherheit zu leben, bedroht“.
Die Bewohner von Taibeh haben sich vor einigen Tagen sogar mit einem Hilferuf an die Weltöffentlichkeit gewandt: „Wir brauchen eure moralische, physische und diplomatische Unterstützung gegen die israelische Besatzung und die Gewalt extremistischer israelischer Siedler.“









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