Was dahintersteckt

„Wettskandal“ um Buslenker sorgt für Aufregung

Wien
18.06.2026 11:25

Mit wilden Fahrmanövern soll ein Chauffeur seinen Bus durch Wien gelenkt haben – bevor er den Wagen offen stehen ließ und ins Wettlokal seines Vertrauens spazierte. Eine Zeugin hielt die Szenen auf Video fest. Die Wiener Linien sorgten für Aufklärung: Der vermeintliche Wettskandal entpuppte sich als Pinkelpause in höchsten Nöten.

„Eine Busfahrt, die ist lustig, eine Busfahrt, die ist schön“, heißt es im allseits bekannten Busfahrerlied. So gar keinen Spaß auf ihrer Busfahrt hatte jedoch eine Wienerin am Montagabend auf ihrer Fahrt von der Raxstraße in Favoriten zum Simmeringer Enkplatz. Gegen 20.40 Uhr sei sie in den Bus der Linie 15A gestiegen, dann begann offensichtlich eine wilde Fahrt der Sonderklasse. 

Etwas zu wild soll eine Fahrt im 15A (Symbolbild) für einige Wiener gewesen sein.
Etwas zu wild soll eine Fahrt im 15A (Symbolbild) für einige Wiener gewesen sein.(Bild: Wiener Linien/Thomas Jantzen)

„Mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit und aggressivem Fahrverhalten“ sei der Lenker durch die Stadt gefahren, erzählt die geschockte Passagierin. Sie hätte heute noch Nackenschmerzen von den halsbrecherischen Manövern des Mannes. Ein älteres Ehepaar sei zur Sicherheit auf halbem Wege aus dem Bus gestiegen – „aus Angst vermutlich“.

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Ein auf dem Heimweg befindlicher Busfahrer in Uniform der Wiener Linien meinte auch, das sei absolut nicht normal.

Wienerin nach einer wilden Busfahrt

An der Endstation Enkplatz war die Wienerin erleichtert, aussteigen zu können. Der Fahrer habe den Bus offen stehen lassen, sei hinausgehechtet. Er lief – das zeigt auch ein Video der Zeugin – quer über die Simmeringer Hauptstraße und in ein Wettlokal. „Es ist sicher nicht im Sinne der Wiener Linien, dass die Gesundheit von Fahrgästen riskiert wird, damit der Fahrer in Dienstkleidung seine Wettsucht befriedigen kann“, regt sich die Wienerin auf. Die Wiener Linien bestätigten auf „Krone“-Anfrage, über den Vorfall Bescheid zu wissen.  

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Der Lenker hat den Bus mit Fahrgästen an der Endhaltestelle stehen lassen und damit gegen Vorschriften verstoßen. Es werden disziplinäre Maßnahmen gesetzt.

Ein Sprecher der Wiener Linien zur „Krone“

Das Gespräch mit dem Busfahrer wurde bereits gesucht. Gewettet habe der Lenker, der bereits seit zehn Jahren für die Firma tätig sein soll, allerdings offenbar nicht. „Er verspürte ein allzu menschliches Bedürfnis und verließ daraufhin den Bus, um ein WC in einem Lokal aufzusuchen“, klärt ein Sprecher auf. Das Einkaufszentrum hatte zu jener späten Stunde schon zu, daher musste der Lenker zum Wettlokal ausweichen. Was er nicht darf: den Bus offen stehen lassen. Es werde daher disziplinäre Maßnahmen geben. 

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