Wenige Tage nach seiner eindeutigen Botschaft an Menschenhändler- und Schlepperringe, übte Papst Leo XIV. scharfe Kritik auch an der Migrationspolitik rechtspopulistischer Parteien.
Der 70-jährige US-Amerikaner sprach sich gegen eine sogenannte „Remigration“ von Zuwanderern aus. Dies sei „keine christliche Antwort“, sagte er am Dienstagabend laut Kathpress vor Journalisten in Castel Gandolfo. „Zu sagen, diesen Migranten schicken wir wieder nach Hause, ist so, als ob wir das Problem einfach vom Hals haben wollen“, so der Papst über das Konzept, das von verschiedenen rechtspopulistischen Parteien Europas wie der FPÖ und der AfD in Deutschland, verfochten wird.
Radikale Alternative zu Melonis Postfaschisten gegründet
Aktuell wird das Thema auch in Italien heiß diskutiert. Denn die vom ehemaligen General Roberto Vanacci neu gegründete Partei Futuro Nazionale hat „Remigration“ zu einer ihrer Kernforderungen erklärt. Damit versucht sich die rechte Splitterpartei gegenüber der regierenden Mitte-Rechts-Koalition unter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni als radikale Alternative zu profilieren.
Erst am Samstag ist es in Rom zu einer Demonstration unter dem Motto „Remigration und Rückeroberung“ für eine Verschärfung der Einwanderungspolitik in Italien gekommen. Zahlreiche Teilnehmer trugen schwarze T-Shirts und schwenkten italienische Nationalflaggen. Die Straßen des Viertels unweit des Petersdoms wurden weiträumig abgesperrt. Zahlreiche Einsatzkräfte sicherten die Veranstaltung.
„Das Volk hat die Nase voll von Gewalt“
Die Demonstranten – darunter zahlreiche Mitglieder rechtsextremer Gruppierungen – forderten die Verabschiedung ihres Gesetzentwurfs gegen Einwanderung im Parlament. Über Lautsprecher erklärten Redner, die Demonstration zeige, dass „das italienische Volk“ die Nase voll von Gewalt, Heuchelei und falschen Versprechungen habe.
„Remigration“, ein von Rechtsextremen etablierter Kampfbegriff und Euphemismus für Vertreibung und Deportation, müsse Staatsgesetz werden, hieß es. Die Teilnehmer sangen zudem die italienische Nationalhymne.
Gegendemo vor dem Kolosseum
Vor dem Kolosseum wurde eine antifaschistische Gegendemo abgehalten. Zu den Unterstützern gehörten Gewerkschaften, verschiedene antifaschistische Verbände sowie das Netzwerk „No Kings“. Zu sehen waren Plakate mit palästinensischen Flaggen. Zeitgleich zu beiden Kundgebungen fand in Rom der Gründungsparteitag von Futuro Nazionale statt.
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