Die Bilder, die dem VGT aktuell zugespielt wurden, sind verstörend. In einem Betrieb im Bezirk Bregenz stehen die Rinder in ihren eigenen Exkrementen, der Stall ist völlig verschmutzt, dunkel und heruntergekommen. Bereits 2023 gab es Belege für gravierende Missstände auf diesem Hof. Passiert ist seitdem offenbar nichts.
Eine völlig vernachlässigte Tierhaltung, massive Verschmutzungen und Rinder, die in ihren eigenen Fäkalien stehen und liegen müssen. Das zeigen Aufnahmen aus dem Juni 2026, die dem Verein gegen Tierfabriken (VGT) zugespielt wurden. Der betroffene Rinderbetrieb im Bezirk Bregenz war bereits vor drei Jahren wegen schwerwiegender Missstände in die Schlagzeilen geraten. Schon damals erstattete der VGT Anzeige. Nun steht derselbe Betrieb erneut im Fokus.
„Schwere Vernachlässigung der Rinder“
Die aktuellen Bilder dokumentieren Zustände, die erhebliche Fragen aufwerfen: Rinder stehen knöcheltief im Kot, zahlreiche Stallbereiche befinden sich in einem stark heruntergekommenen und verschmutzten Zustand, saubere Liegeflächen sind nicht erkennbar. Der VGT spricht in einer aktuellen Aussendung von einer „schweren Vernachlässigung der Rinder“ und hat erneut Anzeige erstattet. Sandy P. Peng, Campaignerin des VGT in Vorarlberg, weist darauf hin, dass eine derart gravierende Vernachlässigung „nicht über Nacht passiert“, sondern möglicherweise bereits seit Jahren andauert.
Besonders kritisch sehen die Tierschützer, dass die Rinder trotz umliegender Grünflächen offenbar keinen Zugang zu Weiden haben und stattdessen ausschließlich in dem maroden Stallgebäude gehalten werden. Der VGT befürchtet erhebliche Auswirkungen auf deren Gesundheit. „Hier leiden Tiere immens. Und das unter den Augen der Behörden“, betont Peng.
Besonders brisant: Bereits im August 2023 waren auf demselben Betrieb ähnliche Zustände dokumentiert worden. Auch damals veröffentlichte der VGT Aufnahmen von stark verschmutzten Haltungsbedingungen und machte auf mögliche Missstände aufmerksam. Die zuständige Bezirkshauptmannschaft führte daraufhin Kontrollen durch, stellte anscheinend jedoch keine schwerwiegenden Verstöße gegen das Tierschutzrecht fest. Zwar wurden Verbesserungsmaßnahmen angeordnet, strafrechtliche Konsequenzen wurden öffentlich nicht bekannt.
„Haltung ist weder gesetzeskonform noch artgemäß“
Die aktuellen Aufnahmen lassen daran zweifeln, ob die nach den Vorwürfen von 2023 eingeleiteten Maßnahmen tatsächlich Wirkung gezeigt haben. Für den VGT ist die Situation eindeutig. „Man muss keine Amtstierärztin und kein Agrarexperte sein, um zu sehen, dass solche Verhältnisse keinesfalls gesetzeskonform oder artgemäß sein können“, kritisiert Peng. Auf dem aktuellen Bildmaterial seien keine erkennbaren Verbesserungen gegenüber den bereits vor drei Jahren dokumentierten Zuständen erkennbar. Nach Angaben der Tierschutzorganisation sei der betreffende Betrieb zudem bereits mehrfach von Anrainern und Passanten behördlich gemeldet worden. „Wir alle wollen und dürfen solche Zustände nicht akzeptieren“, fordert Peng. Sollten die Behörden nun erneut untätig bleiben, wäre dies aus ihrer Sicht „eine Bankrotterklärung des österreichischen Tierschutz-Kontrollsystems“.
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