Erstmals in der neuen Landeszentrale in Graz-Puntigam zog das steirische Rote Kreuz am Freitag Bilanz über das vergangene Einsatzjahr. In mehreren Bereichen wurden neue Spitzenwerte verzeichnet, in Sachen Finanzierung blickt man aber mit Sorgen in die Zukunft.
Mit 568.416 Hausbesuchen der mobilen Pflege und Betreuung in der Steiermark wurde in den vergangenen zwölf Monaten ein Rekord verzeichnet. Weitere neue Höchstzahlen: 1.220.742 Kilogramm Lebensmittel wurden über die 25 steirischen Ausgabestellen der Team Österreich Tafel ausgegeben (plus 30 Prozent), beim Jugendrotkreuz engagierten sich 1287 junge Steirerinnen und Steirer.
Über 1500 Einsätze pro Tag
Bei der Rettungsleitstelle gingen mehr als 1,3 Millionen Anrufe ein, die zu knapp 550.000 Einsätzen führten – im Schnitt mehr als 1500 pro Tag. Den Rückgang in diesem Bereich um 5,7 Prozent erklärt man sich durch die Selbstbehalte der ÖGK bei den Krankentransporten, wodurch sich „viele Steirerinnen und Steirer keinen Transport mehr leisten können“, schlägt Präsident Siegfried Schrittwieser Alarm. Die Kasse lasse das Rote Kreuz auch auf starken Teuerungen etwa beim Treibstoff sitzen, für 2026 drohe ein Abgang von mindestens sieben Millionen Euro, der sich – falls die Indexanpassung durch die ÖGK ausbleibt – sogar auf neun Millionen Euro steigern kann.
Freude über Fertigstellung von 50-Millionen-Euro-Bau
In die Sorgenfalten mischten sich am Freitag freilich auch feierliche Mienen. Die Eröffnung der hochmodernen 45-Millionen-Euro-Zentrale in der Grazer Herrgottwiesgasse, jeweils zu einem Drittel finanziert von Stadt Graz, Land Steiermark und Rotem Kreuz, wurde hausintern und seitens der Landespolitik als „Meilenstein“ beklatscht.
Im Gebäude werden die Leitungen aller operativen Einheiten sowie sämtliche administrative Bereiche gebündelt. Zehn bisher getrennte Standorte wurden in einem Kompetenzzentrum zusammengeführt.
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