Heftige Gewitter, Starkregen und Sturmböen haben Mittwochabend unzählige Feuerwehren auf Trab gehalten. Besonders die Südoststeiermark wurde von Unwettern heimgesucht. Die aktuelle Regenbilanz zeigt: Die erste Junihälfte fällt bereits jetzt deutlich nasser aus als im langjährigen Durchschnitt.
In Gosdorf bei Mureck zog am Mittwoch gegen 21.30 Uhr ein schweres Unwetter durch. Zwar dauerte dieses nur rund zehn Minuten, doch die Auswirkungen waren beträchtlich. „Der Sturm hatte es in sich“, berichtet Franz Konrad von der Freiwilligen Feuerwehr Bad Radkersburg. In Gosdorf stürzte ein großer alter Baum auf ein Wohnhaus. Auch im Bereich der Kirche von Mureck wurden mehrere große Bäume umgerissen. Insgesamt standen 80 bis 90 Feuerwehrleute im Einsatz, 14 Feuerwehren wurden alarmiert. Zahlreiche Straßen mussten von umgestürzten Bäumen befreit werden. Die Aufräumarbeiten dauerten auch am Donnerstag noch an.
„Bitte seien Sie vorsichtig“
Auch in der Marktgemeinde Tieschen waren die Auswirkungen Donnerstagfrüh noch spürbar. Über soziale Medien warnt die Gemeinde nach wie vor vor den Folgen der starken Niederschläge: „Aufgrund von Überflutungen sind Straßen in Teilen von Laasen – insbesondere Schotterwege – vorübergehend gesperrt. Bitte seien Sie auch im übrigen Gemeindegebiet vorsichtig, da es noch kleinräumige Überflutungen geben kann.“
Laut Meteorologin Isabella Winterer von Ubimet sorgte der anhaltende Tiefdruckeinfluss der vergangenen Woche wiederholt für gewittrige Regenfälle sowie Schauer und Gewitter. „Dadurch fällt die erste Junihälfte in der Steiermark bereits jetzt überdurchschnittlich nass aus“, erklärt die Meteorologin. Besonders im Murtal und in der Südsteiermark sei das durchschnittliche Niederschlagsmittel für den gesamten Juni bereits überschritten worden.
Oberwölz als nasser Spitzenreiter
Flächendeckend wurden in der Steiermark am Mittwoch mehr als 20 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen. Die höchsten 24-Stunden-Werte registrierten die Messstationen in Oberwölz mit 53 Litern pro Quadratmeter, Murau mit 52 Litern sowie Deutschlandsberg mit 46 Litern. In Graz wurden am Flughafen 35 Liter und an der Universität 30 Liter pro Quadratmeter gemessen. Im Mürztal lagen die Niederschlagsmengen zwischen 29 Litern in Mürzzuschlag und 38 Litern in Kapfenberg.
102 Liter am Grazer Flughafen
Noch eindrucksvoller fällt die Bilanz der vergangenen 48 Stunden aus: Am Flughafen Graz kamen 102 Liter Regen pro Quadratmeter zusammen, an der Universität Graz 66 Liter. Im Raum Murau und Judenburg wurden rund 85 Liter gemessen, auf der Stolzalpe sogar 94 Liter. Deutschlandsberg verzeichnete 66 Liter pro Quadratmeter. Im Mürztal wurden zwischen 40 Litern in Mürzzuschlag und 56 Litern in Kapfenberg registriert. „Besonders im Murtal und in der Südsteiermark wurde das durchschnittliche Junimittel bereits überschritten“, sagt Winterer.
Einen kleinen Lichtblick gibt es dennoch: Für die kommenden Tage prognostizieren die Meteorologen zwar weiterhin wechselhaftes Wetter, größere Unwetterlagen sind derzeit aber nicht in Sicht.
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