Windradbau-„Tornado“

Der schmale Grat zwischen Energie und Tierschutz

Niederösterreich
11.06.2026 13:00

Diana wird sie liebevoll genannt: Jene Kaiser-Adlerin, die in ihrem Horst im Pulkautal auch heuer wieder drei Jungvögel ausgebrütet hat. Dem von „Birdlife“ aufgrund der Relevanz für den Artenschutz sogar besenderten Altvogel droht jetzt jedoch Gefahr – in der Luft: Denn es sollen vorerst fünf Windräder am Rande des „Locatelli-Waldes“ errichtet werden.

Das besondere Risiko: Der Adlerhorst liegt innerhalb von kaum 100 Metern zu einer der geplanten Windrad-Standorte. Die Bürgerinitiative hatte daher in der Verhandlung im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP), unter anderem mit Schützenhilfe durch den NÖ Umweltanwalt, auf das hohe Risiko für Diana hingewiesen. Ebenso wie auf die Wichtigkeit des Habitats, das laut Ornithologen auch Schwarzstörche, Rotmilane und Seeadler beheimatet.

Gefährliche Verletzungen: Die Spitzen moderner Windräder flitzen mit bis zu 400 km/h ihre ...
Gefährliche Verletzungen: Die Spitzen moderner Windräder flitzen mit bis zu 400 km/h ihre Runden. Adler haben keine Ausweichchance: Das Exemplar am Foto wurde nur gestreift und hat noch Glück gehabt.(Bild: msh)

Initiativ-Gegner kämpfen seit Jahren, heute sind die Propeller doppelt hoch
Zwanzig Jahre kämpft die Initiative nun gegen Windräder, die jedoch bereits weit über 200 Meter hoch sind. „Früher zählte bei Verfahren der Landschaftsschutz, mittlerweile sollen auch Umwelt- und Artenschutzauflagen aufgeweicht werden“, bringt man das Hauptproblem ins Treffen. Der Fall soll beim Bundesverwaltungsgerichtshof im Juli aufs Tablet kommen.

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