Zecken und Co

Im hohen Gras lauern unsichtbare Gefahren

Tierecke
09.06.2026 12:50
Porträt von Tierecke
Von Tierecke

Es summt, blüht und wächst wie nie zuvor: Vielerorts stehen Wiesen und Grünflächen derzeit hoch im Saft. Was für Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten ein wertvoller Lebensraum ist, kann für Hunde schnell zum Gesundheitsrisiko werden. Denn zwischen Halmen und Wildblumen lauern Gefahren, die oft erst entdeckt werden, wenn der Vierbeiner bereits Schmerzen hat.

Allen voran sind es Zecken, die Hundebesitzern jedes Jahr Sorgen bereiten. Die kleinen Blutsauger sitzen nicht nur in Wäldern, sondern auch in Parks, auf Hundewiesen und entlang von Spazierwegen. Ein einziger Biss kann Krankheitserreger übertragen.

Umso wichtiger ist es, das Fell nach jedem Ausflug gründlich zu kontrollieren und Zecken möglichst rasch zu entfernen. Noch heimtückischer sind jedoch Grannen – auch oft „Schliafhansl“ genannt. Die kleinen, borstenartigen Samenstände vieler Gräser wirken unscheinbar, können aber enorme Probleme verursachen. Sie bohren sich in Pfoten, Ohren, Augen oder Nasenlöcher und wandern durch ihre Widerhaken immer tiefer ins Gewebe.

Harmlos wirkend, aber gefährlich: Sogenannte „Schliafhansln“ sind trockene Gräser mit spitzen ...
Harmlos wirkend, aber gefährlich: Sogenannte „Schliafhansln“ sind trockene Gräser mit spitzen Widerhaken. Sie können in Haut, Pfoten, Ohren oder Nase eindringen und dort erhebliche Probleme verursachen.(Bild: RRADILOVA)

Fall für den Tierarzt
Die Folgen reichen von schmerzhaften Entzündungen bis hin zu aufwendigen tierärztlichen Eingriffen. Plötzliches Humpeln, häufiges Kopfschütteln oder heftige Niesanfälle sollten daher immer ernst genommen werden.

Dass viele Gemeinden ihre Grünflächen heute später mähen als früher, hat einen guten Grund. Blühende Wiesen bieten Nahrung und Schutz für zahlreiche Insektenarten und leisten einen wichtigen Beitrag gegen das dramatische Insektensterben. Diese Entwicklung ist aus Sicht des Naturschutzes ein großer Gewinn.

Wer eine Zecke findet, greift zur Pinzette oder Zeckenzange, fasst sie hautnah am Kopf und zieht ...
Wer eine Zecke findet, greift zur Pinzette oder Zeckenzange, fasst sie hautnah am Kopf und zieht sie geradeheraus. Nicht drehen, nicht quetschen, kein Öl oder Alkohol verwenden.(Bild: andriano_cz - stock.adobe.com)

Im Fell versteckt
Gleichzeitig schafft hohes Gras aber auch ideale Bedingungen für Zecken und Grannen – ein Umstand, den Hundebesitzer kennen und berücksichtigen sollten. Experten empfehlen deshalb, nach jedem Spaziergang einen kurzen Gesundheitscheck einzuplanen und Pfoten, Zehenzwischenräume, Ohren sowie das Fell sollten sorgfältig kontrolliert werden.

Besonders Hunde mit langem Fell sind gefährdet, da sich Fremdkörper dort leicht verstecken. Der Sommer ist für unsere Vierbeiner eine wunderbare Zeit voller Abenteuer. Doch manchmal sind es gerade die kleinsten Dinge, die die größten Probleme verursachen. Wer seinen Hund nach dem Spaziergang aufmerksam untersucht, kann Verletzungen früh erkennen – und erspart seinem treuen Begleiter viel Schmerz und Leid.

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