Steirer dürfen jubeln

Kapfenberg sitzt wieder auf dem Basketball-Thron

Steiermark
06.06.2026 20:32

Riesenjubel in der Steiermark! Die Basketballer aus Kapfenberg holen sich nach einem 94:80-Heimsieg im fünften Spiel der Finalserie der Superliga den achten Meistertitel der Vereinsgeschichte. In einem wahren Thriller.

Die Meisterparade ließen die Kapfenberg Bulls schon vor dem Finale gegen Oberwart durch die aufgrund der Auslastung knapp bemessenen Sitzreihen der Walfersamhalle flanieren. Mit dem fünffachen Bulls-Champion Armin Woschank, Martin Kohlmaier, Milan Stegnjaic, Ian Moschik und Co. saßen etliche verdiente Kapfenberger Ehrenspieler diesmal an der Seitenlinie zum Daumendrücken. Die Stimmung erinnerte sie wohl an das ein oder andere Entscheidungsspiel ihrer aktiven Bulls-Zeiten: Die Walfersamhalle kochte nicht nur ob der Temperaruten, den Titel-Hunger einer ganzen Bulls-Organisation spürte und hörte man in der bis auf den letzten Zentimeter vollgepackten Halle. Seit 2019 warten die stolzen Bulls bereits auf die Meisterschaft.

Am Ende spritzte der Meistersekt durch die Walfersamhalle.
Am Ende spritzte der Meistersekt durch die Walfersamhalle.(Bild: GEPA)

In den letzten Jahren hatte sich aber Österreichs Basketball-Stolz weiter in den Osten verlagert: Denn Oberwart griff gestern nach dem dritten Meisterpokal in Folge, machte sich drauf und dran, die gleiche Titel-Dynastie auszurufen, wie es (vor Corona) einst die Kapfenberger gewesen waren. Und diese Rivalität war auch diesmal auf dem Parkett in jeder Sekunde zu spüren. Wie in einer Schachpartie ging es Zug um Zug, Korb um Korb – und Foul um Foul. Man merkte rasch, dass an diesem Abend wohl nur eine gute Taktik und ein kühler Kopf über Himmel oder Hölle entscheiden. Lange Zeit konnten sich weder die Bulls noch die Gunners entscheidend absetzen, fightete man sich quasi im Paarlauf bis ins letzte Viertel, das mit nur einem Punkt Vorsprung für Kapfenberg startete.

Finale fünf wurde zu einem Kampf – mit dem besseren Ende für die Bulls.
Finale fünf wurde zu einem Kampf – mit dem besseren Ende für die Bulls.(Bild: © Basketball Austria / Markus Tobisch)

Als sieben Minuten vor dem Ende ein Dreier von Kapfenberg-Kapitän Nemanja Krstic einschlug, hatte man das Gefühl, das Dach der Halle würde wegfliegen. Und mit sieben Zählern Vorsprung waren die ersten, vorsichtigen Gedanken an den insgesamt achten Meistertitel der Vereinsgeschichte erlaubt. Ex-Meistermacher Michi Schrittwieser, jetzt General Manager der Bulls, erinnerte auf seinem Platz bei den Zuschauern teilweise an seine langen, langen Jahre in der Coachingzone, erlebte die finalen Minuten im Wettkampfmodus.

Das musste der frühere Meistermacher aber nicht: Auf dem Parkett agierte Anführer Vitaliy Zotov eiskalt, traf mit einem sehenswerten Dreier die Gunners ins Herz. Und Coach Klym Artamonov blieb ebenso eiskalt wie sein ukrainischer Landsmann, hatte die Oberwarter taktisch ausgehebelt – und durfte sich nach dem 94:80 im Jubelmeer auf dem Parkett wie alle Bulls feiern lassen. Der Basketball-König sitzt zurück am Thron!

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