Groß gefeiert, aber:

WK-Sparansage bringt zig Unternehmern genau null

Tirol
06.06.2026 07:47

Die von der Wirtschaftskammer Tirol so gefeierte Senkung der sogenannten Kammerumlage 2 bringt für mehr als die Hälfte der 54.000 heimischen Betriebe keinen Cent Ersparnis. Die „Krone“ kennt die Details.

Martha Schultz, Präsidentin der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), hat es vorgezeigt! Die erfolgreiche Zillertaler Unternehmerin setzt bei der Kammer-Dachorganisation mit Sitz in Wien den Sparstift an. Und zwar nachhaltig, indem sie 200 von 800 Arbeitsplätzen einspart – die „Krone“ berichtete ausführlich. Diese Einsparungen sollen dann indirekt letztlich den Unternehmern zugutekommen. Wer Schultz kennt, weiß, dass das noch lange nicht das Ende der Fahnenstange sein wird.

WK Tirol versucht es mit Kammerumlage 2
Auch die Wirtschaftskammer Tirol mit Präsidentin Barbara Thaler an der Spitze will da nicht nachstehen und die Unternehmer entlasten. Auf andere Art und Weise. Das wird derzeit auch auf verschiedenen Kanälen publiziert bzw. teils großformatig inseriert. Die Entlastung soll mittels Senkung der sogenannten Kammerumlage 2 (KU2) erfolgen.

Das ist zweifelsfrei zu begrüßen und wird die Kammerorganisation in Tirol in den kommenden Jahren in Summe einen zweistelligen Millionenbetrag bei den Einnahmen „kosten“. Insidern zufolge will Thaler mit dieser Spar-Ansage in erster Linie jedoch von internen (etwa dem gerichtlichen Streit um die Kündigung des langjährigen Bezirksstellenleiters von Kufstein), wie auch externen Problemfeldern ablenken. Dennoch ist die KU2-Senkung Fakt.

Auch die WK Tirol will Unternehmer entlasten, aber ...
Auch die WK Tirol will Unternehmer entlasten, aber ...(Bild: Christof Birbaumer)

Kein Cent Ersparnis für Hälfte der Betriebe
Der Teufel beim Tiroler Plan liegt natürlich wieder einmal im Detail. Das beginnt schon damit, dass mehr als 50 Prozent der rund 54.000 aktiven Pflichtmitglieder der WK Tirol gar keine KU2 zahlen müssen, sie also genau Null von dieser Einsparung profitieren. Der Grund: Diese Abgabe betrifft nur Unternehmer, die zumindest einen Mitarbeiter haben. Wissen sollte man freilich auch, dass die Kammer Tirol derzeit bei der KU2 den zweithöchsten Hebesatz einkassiert. Nur im Burgenland ist er noch höher. Alle anderen Bundesländer heben teilweise wesentlich weniger KU2 als Tirol ein.

Senkung der KU2 in drei Phasen
Dazu kommt noch, dass diese Senkung der KU2 in drei Phasen erfolgen soll, beginnend 2027. Erst 2029 soll sie dann – so der Plan – um fünf Prozentpunkte niedriger sein. Aber selbst dann wird diese Pflichtabgabe für Betriebe mit Mitarbeitern noch höher sein als etwa jetzt schon die Mitgliederbetriebe in Vorarlberg oder Oberösterreich zahlen müssen.

Man könnte – freilich überspitzt – auch sagen, dass diese Spar-Ansage vergleichbar ist mit der gelegentlich gern gewählten Vorgangsweise bei so manchem Unternehmen: Man geht zunächst mit dem Preis um 50 Prozent rauf, um dann ein Sonderangebot von „Minus 30 Prozent“ anzubieten. Da bleibt dann unterm Strich immer noch mehr als genug für den Anbieter übrig.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Tirol
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung