Die Zahl der privat genutzten Firmenwagen hat sich in Vorarlberg binnen zehn Jahren auf 6700 Fahrzeuge verdoppelt. Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) ortet gleich mehrere Ungerechtigkeiten und Fehler im System.
6678 Firmenwagen wurden laut Finanzministerium im Jahr 2025 von unselbständig Beschäftigten aus Vorarlberg privat genutzt, das sind um über 600 mehr als im Jahr 2024 und um 3400 mehr als im Jahr 2015. Die private Nutzung von Firmenwagen wird steuerlich begünstigt. Wer das Einkommen ausschließlich in Form von Geld erhält, zahlt mehr Steuern als jemand, der ein gleichwertiges Einkommen einschließlich Firmenwagen erhält. Diese Regelung sei alles andere als gerecht, moniert der VCÖ. „Auch wenn sich die Zahl der privat genutzten Firmenwagen in den vergangenen zehn Jahren fast verdoppelt hat, so kommt diese steuerliche Begünstigung nach wie vor nur einer kleinen Minderheit zugute. Es ist ein Steuerprivileg, von dem in erster Linie Personen mit hohem Einkommen profitieren“, sieht VCÖ-Experte Michael Schwendinger eine Schieflage. In Vorarlberg steht nur rund vier Prozent der unselbstständig Erwerbstätigen ein Firmenwagen für die private Nutzung zur Verfügung. 96 Prozent der rund 187.000 unselbständig beschäftigten Vorarlbergerinnen und Vorarlberger haben keine Firmenwagen, den sie privat nutzen können.
Kritik an Plänen der Bundesregierung
Bekanntlich möchte die Bundesregierung für die private Nutzung von Elektro-Firmenautos einen monatlichen Sachbezug von 0,375 Prozent der Anschaffungskosten für das Jahr 2027 einführen und von 0,625 Prozent ab dem Jahr 2028. Der Sachbezug für Firmenautos mit Verbrennungsmotor wird aber nicht erhöht. Das sei ein Fehler, so Schwendinger: „Wir erleben gerade, wie teuer uns allen die Erdölabhängigkeit des Verkehrs kommt und wie wichtig es ist, den Anteil der Elektro-Mobilität rascher zu erhöhen. Diese Maßnahme bremst die notwendige Energiewende im Verkehr.“
Wir erleben gerade, wie teuer uns allen die Erdölabhängigkeit des Verkehrs kommt und wie wichtig es ist, den Anteil der Elektro-Mobilität rascher zu erhöhen.
Michael Schwendinger, VCÖ
VCÖ: Sachbezug für Verbrenner muss ebenfalls rauf
Dabei hinke Österreich beim Anteil der E-Pkw bei den Neuzulassungen ohnedies der europäischen Spitze hinterher: Während hierzulande in den ersten vier Monaten nur 23 Prozent der Neuwagen Elektroautos waren, lag der Anteil in Dänemark mit 80 Prozent dreieinhalb Mal so hoch, in Finnland mit 47 Prozent doppelt so hoch. Auch in Schweden (41 Prozent), Belgien und Island (jeweils 35 Prozent) ist der E-Pkw Anteil bei den Neuzulassungen deutlich höher. In Norwegen waren heuer sogar bereits 98 Prozent der Neuwagen Elektroautos. Fazit des VCÖ: Wenn aus Gründen der Budgetsanierung ein Sachbezug für Elektroautos eingeführt wird, dann muss auch für Firmenautos mit Verbrennungsmotor der Sachbezug im gleichen Ausmaß erhöht werden.
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