So schnell kann es gehen: Vergangene Woche hatte es noch geheißen, dass die Kleinstschule geschlossen werden muss. Angesichts der Tatsache, dass in den kommenden zwei Jahren voraussichtlich nur zehn Kinder die Schule besuchen werden, sei eine Fortführung nicht sinnvoll, so die Begründung seitens des Landes. Der Protest – vor allem auch im Ort selbst – war groß. So groß, dass die Situation noch einmal genau analysiert worden ist. Und siehe da, plötzlich stellt sich das Bild weit positiver dar: Denn gemäß den neuen Daten wird die Zahl der Schülerinnen und Schüler nach der gegenwärtigen Delle im Laufe der nächsten drei bis vier Jahre wieder auf 22 ansteigen. Und da auch die Lehrerin, die in Gurtis unterrichtet, bekundet hat, weiterhin dort tätig sein zu wollen, steht einer Fortführung des Schulbetriebs nichts mehr im Wege, wie Bildungslandesrätin Barbara Schöbi-Fink gegenüber dem ORF bestätigte.
Kriterien für den Erhalt von Kleinschulen
Die Landesrätin legt Wert darauf, dass für den Fortbestand von Klein- und Kleinstschulen klare Kriterien gelten, wobei immer die Gesamtheit der Umstände betrachtet werden müsse. Fällt die Schülerzahl dauerhaft unter die Marke von zehn, wird die Lage für eine Schule kritisch. Ein weiteres Kriterium ist die Personalsituation: Wenn die einzige Lehrperson etwa in Pension geht oder eine Versetzung wünscht, wird eine Nachbesetzung angesichts des gegenwärtigen Lehrermangels zur großen Herausforderung. Ebenfalls eine gewichtige Rolle bei der Entscheidungsfindung spielt die Haltung der jeweiligen Standortgemeinde.
Personalsituation in Vorarlberg bleibt angespannt
Auch wenn es für die Volksschule Gurtis ein Happy End gegeben hat, so ist in Vorarlberg in den nächsten Jahren wohl mit weiteren Schulschließungen zu rechnen. Der allgemeine Lehrermangel trifft die Volksschulen besonders hart: Aktuell reicht die Zahl der Bewerbungen nicht auf, um im kommenden Herbst jede Klasse mit einer fertig ausgebildeten Lehrperson besetzen zu können. Schöbi-Fink ist dennoch zuversichtlich, dass bis zum Schulbeginn die personellen Lücken geschlossen werden können.
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