Sorge um Krebskranke

Rotes Kreuz: Viele Blutspender bald in „Pension“

Österreich
13.02.2026 14:00
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nur vier von 100 Österreicher gehen zur Blutspende – das sind zu wenige, um die Versorgung sicherzustellen, wie das Rote Kreuz warnt. Da die  „geburtenstarken Jahrgänge jetzt langsam in die Blutspenderpension gehen“, hoffe man, junge Freiwillige zu gewinnen. Besonders in der Krebstherapie werden viele Konserven benötigt. 

„Ohne unsere freiwilligen Blutspender könnten wir unsere Patienten hier definitiv nicht versorgen“, sagte Ursula Kreil, stellvertretende medizinische Leiterin der Blutspendezentrale für Wien, Niederösterreich und das Burgenland. Davon gibt es allerdings zu wenige: „Wir brauchen vor allem junge Blutspender, weil die geburtenstarken Jahrgänge jetzt langsam in die Blutspenderpension gehen.“

Junge Krebspatienten sind während einer Chemotherapie auf Blutkonserven angewiesen.
Junge Krebspatienten sind während einer Chemotherapie auf Blutkonserven angewiesen.(Bild: nimito - stock.adobe.com)

Blutspenden sei eigentlich ganz einfach: „Man nimmt sich ein bisschen Zeit in die Hand und kann mit seiner Blutspende oft wirklich ein Leben retten.“ 350.000 Blutkonserven werden pro Jahr an Patienten weitergegeben, mehr als 40 Prozent sind für Menschen mit chronischen Erkrankungen, darunter auch Krebspatientinnen und -patienten. Der Gebrauch jeder Konserve wird abgewogen: „Blut ist eine begrenzte und extrem wertvolle Ressource“ und müsse sehr verantwortungsbewusst eingesetzt werden, betonte Kreil.

Blutarmut bei jungen Krebspatienten 
Jedes Jahr erkranken 250 bis 300 Kinder in Österreich an Krebs. Sie sind besonders auf Blutkonserven angewiesen. „Jede Chemotherapie führt nicht nur zur Zerstörung des Krebses, sondern auch zur Zerstörung des eigenen blutbildenden Systems der Kinder. Das heißt, die Kinder bekommen eine Blutarmut“, erklärte Professor Andishe Attarbaschi, Co-Direktor des St. Anna Kinderspitals. Die Folgen sind besonders bei Jugendlichen zu spüren: „Die bekommen Kopfweh, wollen schlafen und sind schlapp. Das Herz rast. Die Kleinkinder verkraften das zum Teil besser.“

Blutkonserven helfen bei intensiven Chemotherapien  
Allerdings haben sich die Chancen auf Heilung durch die Blutkonserven deutlich verbessert: „Wir haben in den 60er-Jahren praktisch kein Kind retten können und heute im Jahr 2026 heilen wir bis zu 85 Prozent aller Kinder und Jugendlichen von einer Krebserkrankung“, sagte Attarbaschi. Denn durch die Konserven könne man immer intensivere Chemotherapien geben und den Krebs so aggressiver bekämpfen.

Bei der 21-jährigen Sarah Elmer hat genau das geklappt. Als sie zehn Jahre alt war, wurde bei ihr bilineare Leukämie diagnostiziert, eine besonders seltene Art von Blutkrebs. „Man kann damit eigentlich gar nicht so richtig umgehen. Gehen mir meine Haare aus? Kann ich meine Freunde bald wiedersehen?“, schilderte Elmer ihre Gedanken nach der Diagnose. Während ihrer Chemotherapie hat sie 93 Blutkonserven erhalten, heute gilt sie als geheilt. „Die Blutkonserven haben dazu beigetragen, dass ich heute dastehe, und dafür bin ich sehr dankbar“, sagte sie.

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