Im Ländle gilt seit Montag ein neues Tarifsystem für den öffentlichen Verkehr: Anstelle der bisherigen 94 sogenannten Domino-Zonen gibt es nun nur noch drei Tarifbereiche. Diese tragen die Bezeichnungen Lokal, Regio und Maximo. Laut Verkehrslandesrat Christof Bitschi (FPÖ) war das erklärte Ziel der umfassenden Umstrukturierung, das Tarifsystem für alle Fahrgäste zu vereinfachen. Gleichzeitig wolle man mit der neuen Regelung vermehrt Gelegenheitsnutzer für Bus und Bahn ansprechen und für den Umstieg begeistern – die „Krone" berichtete.
Teils massive Preissteigerungen
Die Umstellung auf das neue System hat für die Fahrgäste unterschiedliche finanzielle Folgen. Viele Fahrten sind durch die Neuregelung unterm Strich günstiger geworden. Bei anderen Verbindungen, vor allem auf längeren Distanzen, kommt es jedoch zu teils deutlichen Preiserhöhungen – in Extremfällen steigen die Fahrtkosten um bis zu 140 Prozent. Diese Verteuerungen sorgen bei den Oppositionsparteien für Unverständnis, Grüne und SPÖ monieren eine „soziale Schieflage".
Grüne: „Familien nicht zusätzlich belasten“
Im Zentrum der Kritik stehen die gestiegenen Preise für die Schüler-Tickets. Die grünen Abgeordneten Daniel Zadra und Christina Bösch-Vetter fordern die Landesregierung dazu auf, diese Tariferhöhungen wieder zurückzunehmen. Sie rechnen vor, dass das SchülerPlus-Ticket in der günstigsten Variante statt bisher 43 Euro nun 68 Euro kostet. Auch der Preis für das SchülerPlus-Ticket für ganz Vorarlberg wurde von 105 Euro auf 119 Euro angehoben. Klubobmann Zadra betont, dass man gerade Familien, die bereits unter den allgemeinen Preissteigerungen leiden, entlasten sollte, anstatt ihnen zusätzliche Kosten aufzubürden.
SPÖ kritisiert fehlende Transparenz
Ins gleiche Horn bläst die Vorarlberger SPÖ. Deren Klubobmann Mario Leiter zeigt ebenfalls keinerlei Verständnis dafür, dass gerade Familien zum Handkuss kommen. Er kritisiert zudem, dass die Landesregierung im Vorfeld die Preiserhöhungen nicht transparent kommuniziert habe. Generell stellt Leiter dem zuständigen Landesrat Bitschi ein schlechtes Zeugnis aus, dessen verkehrspolitischer Kurs sei ein Irrweg: „Wer ernsthaft will, dass mehr Menschen vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen, muss die Nutzung günstiger und attraktiver machen. Bitschi macht aber genau das Gegenteil. Er verteuert den Zugang zum öffentlichen Verkehr und belastet damit ausgerechnet jene, die auf leistbare Mobilität angewiesen sind.“
Wer ernsthaft will, dass mehr Menschen vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen, muss die Nutzung günstiger und attraktiver machen.
Mario Leiter, SPÖ-Klubobmann
Mittels einer parlamentarischen Anfrage will die SPÖ nun in Erfahrung bringen, wie viele Schülerinnen und Schüler von den Preissteigerungen betroffen sind, welche zusätzlichen Einnahmen daraus erwartet werden und weshalb die Verteuerungen in der Kommunikation zur Tarifreform nicht thematisiert wurden.
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