Gold & Pech Theater:

Eine Galerie der Grausamkeiten gegen Frauen

Steiermark
31.05.2026 19:00

Vernissage, Konzert und Theaterstück – geht das in einem? Ja, zeigt die neue Produktion von Jula Zangger im Gold und Pech Theater in Höf-Präbach nahe Graz. „Frauen leben, Frauen sterben“ ist eine Galerie an Grausamkeiten, die Frauen angetan werden – und endet doch hoffnungsvoll. 

Wer als Frau mit offenen Augen und Ohren durchs Leben geht, kann die Schlagzeilen nicht übersehen: 13 Frauen, die alleine in diesem Jahr von einem Mann umgebracht wurden. Gisèle Pelicot, betäubt und vergewaltigt von Dutzenden Männern. Kein Wunder, dass Jula Zangger – wie so viele andere – kein „chill girl“ mehr sein will, das alles erträgt. Die weibliche Wut packt sie. Sie schlüpft in die Rolle von Feminismus-Influencerin Tara-Louise Wittwer und zertrümmert einen Tisch.

„Frauen leben, Frauen sterben“ ist ein Destillat feministischer Problemfelder, das Vernissage, Konzert und Performance im Gold & Pech Theater vereint. Isabella Müller-Fuchs‘ Bilder werden eines nach dem anderen angeleuchtet: Frauen mit blutunterlaufenen Augen, Frauen, die nur aus Gliedmaßen bestehen, Frauen, die friedlich zu schlafen scheinen – bis man die Blutlache unter ihrem Kopf sieht. Vesna Petkovic ist genau die Richtige dafür, diese Bilder zu singen. Bassist Reinhard Ziegerhofer begleitet sie. Auch dank dem Duo driftet der Abend nichts ins Depressive ab.

Jula Zangger vor einem Werk von Isabella Müller-Fuchs
Jula Zangger vor einem Werk von Isabella Müller-Fuchs(Bild: Willi Luggin)

Insgesamt ist „Frauen leben, Frauen sterben“ ein umfassendes Bildungsstück vor allem für jene (Männer), die sich der Thematik noch kaum angenommen haben. Stark ist Zanggers Performance dort, wo sie menschlich ist: Als sie in der Rolle einer Tochter um ihre Mutter, eine 2024 in Wien ermordete Gynäkologin, klagt, oder als Mutter um eine Achtjährige – entführt, missbraucht und getötet von einem Pädophilen. 

Ein Raum voller Täter
Am Ende steht aber nicht Verzweiflung, sondern eine Kampfrede: „Wieso hört keiner zu?“, fragt Zangger. Rein statistisch ist jede fünfte Frau von Gewalt betroffen – und jede Tat hat einen Täter. „Es ist bestimmt jemand da“, sagt sie. Die Luft ist dick. Sie hebt die Faust wie im Widerstandskampf, Petkovic singt Bob Marleys „Get Up, Stand Up“ – das ist zwar etwas dick aufgetragen, aber gibt zumindest das Gefühl mit nach Hause, dem Patriarchat nicht ganz alleine gegenüberzustehen.

Weitere Termine: 12. & 27. Juni 2026, jeweils 19.30 Uhr. Ausstellung: 31. Mai–27. Juni; Mi–Sa, 8–20 Uhr.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Steiermark
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung