Gründer im Interview

So entstand der Name der Zillertaler Schürzenjäger

Tirol
31.05.2026 18:00

Alfred Eberharter, Gründungsmitglied der Zillertaler Schürzenjäger, spricht mit Radio U1-Moderator Vitus Amor unter anderem über Mikrofonständer aus Heizungsrohren, seine Karriere und den Preis dafür.

„Wie geht’s da?“ Diese Frage stellt Vitus Amor in der Radio-U1-Sendung seit 2024 Tiroler Persönlichkeiten. In Folge 26 ist Alfred Eberharter (74), Gründungsmitglied der Zillertaler Schürzenjäger, zu Gast.

„Als Kind hatte ich einen Traum, der in Erfüllung gegangen ist!“ Mit diesem Satz beschreibt der 74-Jährige sein bisher bewegtes Leben. Als vierjähriger Bub fing er an, „Ziacha“ zu lernen, bereits in der Jugend machte er mit Freunden Musik. „Wir brauchten Mikrofonständer, doch wir hatten kein Geld. Deshalb schweißten wir aus Heizungsrohre Mikrofonständer zusammen und umwickelten diese mit coolen bunten Isolierbändern.“

Erster Auftritt in Ginzling
1973 war schließlich die Geburtsstunde der Zillertaler Schürzenjäger mit Peter Steinlechner, Alfred Eberharter und Willi Kröll. „Unser erster Auftritt war in Ginzling im Zillertal, weil dort ein Schuhplattler-Verein gegründet wurde“, erinnert sich Eberharter.

„Wie geht‘s da?“
Hier ist die Sendung zu hören

Die Sendung wird am Montag, dem 1. Juni 2026, um 20 Uhr bei Radio U1 Tirol ausgestrahlt. Wiederholt wird sie am Montag, dem 8. Juni 2026, um 20 Uhr. Zudem kann sie jederzeit auch auf YouTube, Spotify, Apple Podcast sowie auf der Radio-U1-Tirol-Homepage nachgehört werden. Einfach auf den QR-Code klicken.

(Bild: Radio-U1-Tirol)

Spannend ist auch, wie der Bandname entstanden ist. „Wir haben im Berghof in Mayrhofen am Nachmittag vor rund 200 Frauen Musik gemacht und wurden dann spontan gefragt, ob wir am Abend auch nochmals auftreten können. Das haben wir gemacht und als wir beim Lokal ankamen, hing ein großes Plakat an der Wand: ,Heute spielen die Schürzenjäger!’ Wir dachten, dass die Besitzerin doch eine andere Gruppe engagiert hatte – aber sie sagte: ,Nein, damit meine ich euch. Ich habe am Nachmittag gesehen, dass ihr Schürzenjäger seid – dieser Bandname ist geblieben.“

„Wir kombinierten Tracht, Stiefel und lange Haare“
Die Gruppe sorgte relativ schnell für Aufsehen. „Wir kombinierten die Zillertaler Tracht mit Lederstiefel und langen Haaren. Zusätzlich zu volkstümlichen Liedern spielten wir auch Rocknummern. All das war für viele damals ein Schock“, erzählt das Gründungsmitglied.

Der große Durchbruch kam folglich mit dem Hit „Zillertaler Hochzeitsmarsch“. Zahlreiche Auftritte im TV und Radio folgten – sowie auch die legendären Open Air-Konzerte in Finkenberg im Zillertal. „Den Höhepunkt feierten wir im Jahre 1996, als rund 100.000 (!) Fans dabei waren.“

„Ich war kaum Zuhause“
Was hat den 74-Jährigen diese Erfolge gekostet? „Ich war kaum Zuhause, habe nicht viel davon mitbekommen, wie meine Kinder aufgewachsen sind. Meine Frau hat Unfassbares geleistet.“

Beim Open Air im Vorjahr stand Eberharter nicht auf der Bühne. „Ich saß mit meiner erkrankten Frau auf der Terrasse, wir hörten uns das Konzert an. Ich wusste, dass sie das das letzte Mal erleben würde. Zwei Monate später hat sie den Kampf verloren, das ist immer noch sehr schwer“. Zugleich sagt er: „Das Leben ist in Wahrheit nur ein Augenblick.“

Alfred Eberharter spricht noch über viele weitere spannende Themen. Zu hören ist das ganze Interview morgen, Montag, um 20 Uhr auf Radio U1 Tirol (die WH ist am 8. Juni um 20 Uhr).

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