Weil er Tochter mobbte

Schulkind (7) genötigt: Trainer auf Anklagebank

Steiermark
29.05.2026 09:00

Weil der Bub seine Stieftochter (8) mobbte und auch körperlich attackierte, tickte ein Steirer (57) aus und drohte, ihm die Ohren lang zu ziehen, bis er sich in die Hose pinkelt. Das brachte dem Steirer eine Anklage wegen Nötigung ein ...

„Ich zieh’ dir die Ohren lang, bis du in die Hose pinkelst“ – unfeine Worte, die ein 57-jähriger Steirer ausgerechnet an einen Siebenjährigen richtete. Und die ihm eine Anklage wegen Nötigung einbrachte. „So etwas ist das Allerletzte. Doch im Fall meines Mandanten muss man schon genauer hinschauen“, sagt sein Verteidiger Gunther Ledolter zu Richter Martin Heissenberger in Graz.

Monatelang sei die Stieftochter (8) des Angeklagten von dem jungen Burschen drangsaliert und auch körperlich angegriffen worden. Er habe sie geschupft und an den Haaren gezogen. Gespräche mit Direktorium und Betreuern hätten nur kurz gefruchtet. „Sie hat nichts mehr gegessen und wollte nicht mehr in die Schule gehen“, führt der Anwalt aus.

Anwalt Gunther Ledolter
Anwalt Gunther Ledolter(Bild: Jürgen Fuchs)

„Wollte nur, dass er aufhört“
„Ich hatte nie Kinder, und schlagartig habe ich mit 56 Jahren vier Stiefkinder bekommen. Mit Erziehung hab’ ich bis dahin nichts zu tun gehabt. Solche Worte waren in meiner Kindheit normal. Die Kleine hat ein Jahr nicht mit mir geredet, weil ihr Vater Alkoholiker war und sie Angst vor Männern hatte. Als sie mir endlich vertraut hat, hab’ ich einen enormen Beschützerinstinkt entwickelt“, erklärt sich der Sporttrainer. Dass der Spruch unfassbar angsteinflößend für den Bub gewesen sein muss, ist ihm nun bewusst: „Es tut mir unfassbar leid, ich wollte ihm nie Böses, sondern nur, dass er aufhört.“

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So etwas zu sagen, war immer schon unangebracht. Das macht man einfach nicht.

Richter Martin Heissenberger

Herr Rat ist schlussendlich überzeugt, dass der Angeklagte dem Bursch wirklich nichts antun wollte. Jedoch: „So etwas zu sagen, war immer schon unangebracht. Das macht man einfach nicht.“ Der Mann nickt – und geht mit einem rechtskräftigen Freispruch heim.

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