Noch gibt es keine Gleisanlagen im Semmeringbasistunnel, der im Dezember 2029 für den Bahnverkehr geöffnet wird. Die erste Durchfahrt mit dem Bus wurde jedoch bereits erfolgreich gemeistert.
Ein mulmiges, zugleich aber beeindruckendes Gefühl erlebten gestern jene Personen, die den Semmeringbasistunnel erstmals vollständig durchfahren durften. Zwar noch nicht mit dem Zug, dafür aber mit Bussen – 27 Kilometer lang durch den Berg, stellenweise bis zu 800 Meter tief unter der Erde.
Besonders emotional war der Tag für ÖBB-Chef Andreas Matthä, der bereits beim Spatenstich im Jahr 2012 dabei war. Ebenso Nationalratsabgeordnete und Tunnelpatin Doris Bures, damals noch als Verkehrsministerin.


„Der Tunnel markiert einen historischen Meilenstein auf unserem Weg, das Bahnland Nummer eins Europas zu werden“, betonte Matthä. Mobilitätsminister Peter Hanke hob vor allem die wirtschaftliche Bedeutung hervor: „Rund 1200 Menschen arbeiten regelmäßig an dem Projekt, jeder investierte Euro bringe eine fünffache Wertschöpfung.“ Insgesamt fließen 4,2 Milliarden Euro in den Bau.
Vier Todesopfer und bauliche Hindernisse
Doch der Weg dorthin war alles andere als einfach. Vor allem die ständig wechselnden Gesteinsschichten verlangten den Beteiligten viel ab. „Sowohl vertikal als auch horizontal gab es immer wieder große Herausforderungen“, erklärt Gernot Nipitsch, stellvertretender Projektleiter. Erfahrungen daraus wurden jedoch genau dokumentiert und gelten nun weltweit als wertvolles Handbuch für künftige Tunnelprojekte. Leider verloren auch vier Männer während der Arbeit ihr Leben.
Seit dem historischen Durchschlag Ende 2024 laufen die Arbeiten auf Hochtouren weiter: technische Ausrüstung, Beton-Innenschalen und bald auch Gleisanlagen samt modernster Technik. Denn der Zeitplan steht fest: „Im März 2029 starten wir mit den Testfahrten“, so Projektleiter Gerhard Gobiet. Im Dezember soll der erste Zug verkehren. Und dann kann man mit einer Geschwindigkeit von 230 km/h in nur einer Stunde und 50 Minuten von Wien nach Graz düsen.
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