Die Kuhherde, die eine Spaziergängerin in Osttirol zu Tode trampelte, ist nun in einer eingezäunten Weide. Ein Teil des beliebten Iseltrails, der in der Region verläuft, wurde inzwischen vorsichtshalber vorübergehend gesperrt.
Nicht nur in Osttirol sitzt der Schock nach der tödlichen Kuhattacke auf eine Einheimische (67), bei der auch deren Ehemann (65) schwere Verletzungen erlitt, tief. Der Hergang des Unglücks am Sonntag, das wohl niemand beobachtet hat, liegt weiter im Dunkeln. Denn der 65-jährige Überlebende, der sich inzwischen auf der Normalstation der Klinik befindet, konnte laut Polizei bisher noch nicht dazu befragt werden.
Ich bin von dem schrecklichen Unglück persönlich betroffen, denn ich kannte das attackierte Paar sehr gut.

Franz Theurl, Obmann Tourismusverband Osttirol
Bild: Martin Oberbichler
Seit Generationen genutztes Weidegebiet
Bei den Oberlienzer Auen, wo das Unglück geschah, handelt es sich laut Franz Theurl, dem Obmann des Tourismusverbands Osttirol, um ein seit Generationen landwirtschaftlich genutztes Weidegebiet. „Gleichzeitig nutzen es zahllose Einheimische, Hundebesitzer und Wanderer als Naherholungsgebiet“, so Theurl. Ein derartiger Vorfall habe sich dort noch nie ereignet.
Muttertiere in eingezäunten Bereichen
Gemeinsam mit der Gemeinde Oberlienz und den Tierbesitzern wurden Sofortmaßnahmen überlegt. „Zwischenzeitlich haben die Bauern die Muttertiere samt Kälbern in eingezäunte Bereiche gegeben bzw. zurück in die Hofstellen transportiert“, informiert Theurl. Als Sofortmaßnahme haben die Touristiker zudem eine vorübergehende Wegsperre des Iseltrail-Abschnittes in dem Bereich veranlasst.
Wildkameras werden installiert
Theurl vermutet hinter dem unerwartet aggressiven Verhalten der Kühe Unruhe durch einen Beutegreifer in der Nacht. Die Installation von Wildkameras soll darüber Aufschluss geben.
Herde lief zuvor Hund von Spaziergängerin nach
Ein dermaßen aggressives Verhalten von Weiderindern hätte auch der Osttiroler Tierarzt Bernd Hradecky, Experte im Umgang mit Rindern, nie für möglich gehalten. Er und seine Frau sind im Bereich der Weide wenige Minuten vor dem tödlichen Unglück ebenfalls von denselben Tieren angegriffen und – zum Glück nur leicht – verletzt worden. „Die Herde lief dem Hund einer Spaziergängerin nach, dann haben die Tiere urplötzlich uns attackiert.“
Großer Abstand überlebenswichtig
Er rät dringend, vor Weiderindern großen Abstand zu halten – „und einen doppelt großen, wenn man einen Hund dabei hat“. Weidevieh mit Respekt und mit Abstand zu begegnen – dazu appelliert auch die Landwirtschaftskammer erneut.
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