In heimischem Handel

Verbotene Pestizide in Reis, Tee und Gewürzen

Wirtschaft
19.05.2026 07:10
Porträt von krone.at
Von krone.at

In zehn getesteten Nahrungsmitteln aus heimischen Supermärkten sind insgesamt 30 Rückstandsnachweise von verbotenen Pestiziden festgestellt worden. Vier Produkte wiesen Pestizidrückstände oberhalb der gesetzlich festgelegten Grenzwerte auf. 

Die Organisation Foodwatch hatte an 64 Produkten in Österreich, Deutschland, Frankreich und den Niederlanden Untersuchungen durchgeführt. Analysiert wurden Lebensmittel aus den Kategorien Reis, Tee und Gewürze.

„Aus gutem Grund nicht zugelassen“
Foodwatch forderte die zuständige Behörde auf, die vier Produkte mit Rückständen über den Grenzwerten umgehend aus dem Verkehr zu ziehen. „Viele Pestizide sind in der EU aus gutem Grund nicht zugelassen: Sie stehen teils mit schweren gesundheitlichen Erkrankungen in Verbindung. Gleichzeitig schaden sie unseren Böden, unserem Wasser sowie der Tier- und Pflanzenwelt. Dass Rückstände solcher Stoffe trotzdem in Lebensmitteln auftauchen und somit auf unseren Tellern landen, ist nicht hinnehmbar“, kritisierte Markus Linkeseder von Foodwatch Österreich in einer Aussendung.

Dem Foodwatch-Test nach besonders belastet sind Paprikapulver. Negativer Spitzenreiter ist Kotányi Paprika Edelsüß Spezial mit sieben entsprechenden Rückständen. Auch S-Budget Paprika Edelsüß mit sechs sowie Le Gusto Paprika edelsüß gemahlen mit fünf Rückständen zählen zu den besonders auffälligen Produkten. Auch in allen getesteten Grüntees – darunter Produkte von Spar, Twinings und Westminster – wurden jeweils mindestens zwei nicht zugelassene Pestizide nachgewiesen. 

„Pestizid-Bumerang“
„Unsere Stichprobe zeigt: Das Sicherheitsnetz hat massive Lücken. Nicht nur die Politik, sondern auch die Supermärkte und die Produzenten müssen diese Lücken schließen und uns vor dieser unsichtbaren Gefahr bestmöglich schützen“, forderte Linkeseder.

Gleichzeitig sieht die Organisation „dringenden politischen Handlungsbedarf“. Pestizide, die in der EU nicht zugelassen sind, dürften hier weiterhin produziert und exportiert werden. Über importierte Lebensmittel können ihre Rückstände anschließend wieder nach Europa gelangen – als sogenannter „Pestizid-Bumerang“. Statt den Schutz von Konsumenten zu stärken, drohe mit dem geplanten EU-Omnibus-Paket zur Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit eine weitere Aufweichung bestehender Schutzstandards, warnt Foodwatch.

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